Viennale 2005 vom 14. bis 26. Oktober:
"Mehr Kino" mit Vertrauen in Unbekannte
- Neues von Gus van Sant und Lars von Trier
Mit "Mut, auf manchen bekannten Namen zu verzichten und dem Vertrauen in gute Arbeiten von unbekannten Leuten" hat Viennale-Direktor Hans Hurch sein Programm für das Filmfestival heuer gestaltet, wie er auf einer Pressekonferenz erklärte. Vom 14. bis 26. Oktober werden rund 110 Langfilme und etliche Kurzfilme gezeigt - und fast die Hälfte sind Dokumentarfilme. Das Künstlerhauskino wird wieder zum Viennale-Spielort, um publikumsfreundlicher programmieren zu können.
"Zu viele zu früh ausverkaufte Vorstellungen" (Hurch) und kontinuierlich steigende Besucherzahlen haben das Viennale-Team dazu gebracht, einen neuen Festival-Spielort zusätzlich anzubieten. Das Künstlerhauskino wird ab heuer neben dem Gartenbau, der Urania, dem Metrokino und dem Stadtkino von dem Filmfestival bespielt. Das bringt Raum für zehn zusätzliche Langfilme und dritte Vorstellungen von besonders beliebten Streifen. "Nicht viel mehr Filme, aber mehr Kino", erklärte Hurch das Konzept.
Dreiviertel des Viennale-Programmes ist bereits fixiert. Besonders stolz ist Hurch, wieder viele Uraufführungen nach Wien geholt zu haben. "Schöne Filme, die auf anderen Festivals vielleicht übersehen wurden", meint der Direktor. "Alien" des chinesischen Regisseurs Wei Xueqi ist darunter, aber auch "Black Dragon Canyon" des Amerikaners Jay Keitel. Unter den Spielfilmen im Hauptprogramm sind auch der neue Streifen von Gus van Sant, "Last Days", sowie Lars von Triers aktuelle Arbeit "Manderlay".
Ein Viennale-Tribute gilt in diesem Jahr der Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin, die auch nach Wien kommen wird, wie sich ihr Fan, Hans Hurch, freute. Das zweite ist "ungewöhnlicher Weise" (Hurch) einer Stadt gewidmet: Buenos Aires. Der argentinische Autor Quitin (Eduardo Antin) kuratiert diese Schau, die sich fragt: "Wie erfindet das Kino diese Stadt?"
Special Programs zeigen das Schaffen des portugiesischen Regisseurs Pedro Costa und der chinesischen Stummfilmschauspielerin Ruan Lingyu, die in den goldenen Jahren der chinesischen Filmproduktion in den 1930er Jahren zu frühem Ruhm gelang und mit 25 Jahren Selbstmord beging. "Eine kleine Sensation" nennt es Hurch, dass die Viennale diese Filme überhaupt bekommen konnte.
In der Retrospektive (1. bis 31. Oktober), veranstaltet gemeinsam mit dem Österreichischen Filmmuseum, werden Filme Andy Warhols gezeigt, es kuratiert Jonas Mekas. In der "Working Class" zu Warhol wird zu Diskussionen und Gesprächen unter anderem auch der Künstler Christoph Schlingensief nach Wien kommen.
Durch das Festival wird die Wiener Cineasten heuer ein violettes Plakatsujet begleiten: tanzende Silhouetten im 1970er Jahre-Afro-Look. (apa)
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