Charterflüge viel riskanter: Unglücks-
Gefahr 17 Mal so hoch wie bei Linienflügen
- Finanzschwache Airlines verunglücken viel öfter
- EU überlegt nun "scharze Liste" für Risiko-Linien
·Sicherheitsmängel am Flughafen Wien!
Pistole und Pfeffersprays durch Kontrolle gebracht
·Charterflüge laut Studie viel riskanter
Unglücksgefahr 17 Mal so hoch wie bei Linienflügen
·Flughafen Wien an
Bratislava Airport dran
Slowakischer Flughafen wird heuer privatisiert
Die Orte der schweren Unglücke trennen tausende Kilometer. Ein Flugzeug stürze am Sonntag nahe Athen auf einen Berg, 121 Menschen starben. Nur zwei Tage später zerschellte eine Maschine in einer abgelegenen Bergregion in Venezuela, hier kamen 160 Menschen ums Leben.
Die Katastrophen eint jedoch, dass Flugzeuge finanzschwacher Charter-Airlines ihre Passagiere in den Tod flogen. Ein Zufall sicher, ein neuer Bericht zeigt jedoch auch ein Muster: Das Risiko eines Unfalls mit dem Flugzeug einer Charter-Gesellschaft ist demnach siebzehn Mal höher als bei Linienflügen.
Mehr Linien- als Charterflüge
Der Bericht des in der Schweiz beheimateten Bureau d'Archives des accidents aéronautique (BAAA) nahm schwere Zwischenfälle in den Jahren 1994 bis 2003 unter die Lupe. Obwohl 60 Prozent aller Flüge weltweit in Linienmaschinen absolviert werden, sind sie in weniger als ein Drittel aller Unglücke verwickelt. Im Jahr 2004 gab es auf Linienmaschinen neun tödliche Unfälle, bei Charter-Maschinen lag diese Zahl bei 18. Immerhin ist der Trend rückläufig. Ein Jahr zuvor gab es 25 tödliche Unfälle von Charter-Maschinen. "Die Zahl der Unglücke und der Verlust an Menschenleben bleibt aber weiter Besorgnis erregend", heißt es in dem Bericht.
Afrika und Südamerika am gefährlichsten
Der BAAA-Studie zufolge liegen die wirklich riskanten Welt-Gegenden aber nicht in Europa. Vor allem in Afrika oder Südamerika hätten Länder eine "laxe" Einstellung bei der Einhaltung der internationalen Standards, die von der Internationalen Zivil-Luftfahrtorganisation vorgegeben werden. Jedes einzelne Land muss jedoch selbst für die Einhaltung der Standards sorgen.
Hilfe durch "schwarze Liste"
Noch gibt es kaum ein EU-weites Vorgehen gegen unsichere Fluggesellschaften. Helfen soll nun eine "schwarze Liste" der EU, auf der unzuverlässige Fluggesellschaften aufgeführt werden sollen. EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot hofft, dass die Liste bis Ende des Jahres beschlossen ist. Das ist aber längst nicht sicher. Frankreich zumindest plant schon einmal, auf nationaler Ebene voranzugehen: Ab nächstem Jahr sollen dort sichere Fluggesellschaften ein Blaues Gütesiegel erhalten. (apa/red)
