Freitag, 19. August 2005

Österreichs größter Flughafen ist sicher: Heuer zwölf Mio. Kontrollen in Schwechat!

  • Neuerlicher Test verlief zu 100 Prozent positiv
  • Pro Jahr 3.500 gefährliche Gegenstände gefunden

Man habe aus der Überprüfung des Amts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung gelernt, versicherte Ing. Heribert Ressmann, Geschäftsführer der VIAS (Vienna International Airport Security Services) heute, Freitag, gegenüber der APA. War es den zwei Beamten im Juli noch gelungen, eine Plastikpistole und ein Pfefferspray durch die Kontrollen des Flughafens Wien in Schwechat zu schmuggeln, so flogen sie in diesem Monat auf: "Alle Gegenstände wurden gefunden."

500 im Schichtdienst eingesetzte VIAS-Mitarbeiter dürften laut Flughafensprecher Hans Mayer heuer rund zwölf Mio. Transit- und abfliegende Passagiere überprüfen. Pro Jahr werden dabei rund 3.500 gefährliche Gegenstände aus dem Verkehr gezogen. Übrigens deutlich weniger als vor dem 11. September (7.000 bis 10.000 pro Jahr).

Highlight der sichergestellten Dinge sind Schneidwerkzeuge wie Messer, aber auch Feilen, Baseballschläger und Pfeffersprays, die nach den entsprechenden EU-Listen nichts im Handgepäck und damit an Bord eines Flugzeugs verloren haben. Aber auch Kurioses war dabei: Motorsägen, Heckenscheren, Autobatterien und 25 bis 30 Liter hochprozentiger Alkohol.

Doppelte Kontrollen beim Großgepäck
VIAS, eine 100-prozentige Tochter des Wiener Flughafens, ist vom Innenministerium beauftragt, das Groß- und Handgepäck sowie die Fluggäste selbst vor dem Abflug zu kontrollieren. Die Sicherheitsabgabe von aktuell acht Euro wird aber nicht ausschließlich dafür verwendet. Diese Gelder gehen zunächst ans Finanzministerium und von dort ans Innenministerium, das dafür u.a. Investitionen in die Technik tätigt, die Flughafenpolizei "Kranich" und die "Sky Marshalls" finanziert. Eine genaue Aufschlüsselung des Budgets wollte man aus Sicherheitsgründen im Ressort von Liese Prokop (V) nicht an die Öffentlichkeit geben. Ansonsten wären entsprechende Rückschlüsse möglich.

Das Großraumgepäck wird laut VIAS zunächst maschinell kontrolliert. Ergeben sich dabei Verdachtsmomente, etwa durch die Sprengstofferkennung oder sind sehr dichte Gegenstände wie Bleikristall im Koffer, dann wird das durchleuchtete Bild auf Level 2 von einem Angestellten in Augenschein genommen.

Sicherheitsspezialist: "Immer Verbesserungen"
Obwohl es "Undercover"-Beamten des Innenministeriums bei einem Check am Flughafen Wien-Schwechat gelungen ist, Waffen durch die Kontrollen zu schmuggeln, zählt der Airport laut dem ehemaligen Cobra-Chef Wolfgang Bachler zu den sichersten in Europa. "Man muss aber natürlich immer Verbesserungen vornehmen", meinte der Sicherheitsspezialist im Gespräch mit der APA.

Im Prinzip sei jedes noch so ausgereifte System auszutricksen, meinte Bachler. Dem Airport Schwechat attestierte er aber ein sehr hohes Niveau. Bei den Kontrollen würde man sich nicht nur auf das technische Gerät verlassen, sondern die Mitarbeiter auch taktisch schulen. So sollen bereits im Vorfeld verdächtige Personen ausgemacht werden können.

Grund zur Verunsicherung für die Passagiere bestehe keine. "Ich fürchte mich überhaupt nicht am Flughafen Wien-Schwechat", meinte der Sicherheitsexperte.

(apa/red)

19.8.2005 11:15