Im 7-Punkte-Programm: WK-Chef Leitl will ein Coaching-Modell für arbeitslose Jugend
- "Keine Langzeitarbeitslosigkeit bei Jugendlichen"
Wirtschaftskammerpräsident Leitl spricht sich für einen entschiedenen Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit aus. Gemeinsam mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) werde die Wirtschaftskammer (WKÖ) ein Coaching-Modell starten, das jungen Menschen, die länger als sechs Monate keinen Job haben, eine neue Chance gibt, so Leitl.
"In einem Jahr soll es keine Langzeitarbeitslosigkeit bei Jugendlichen mehr geben", so Leitl im "WirtschaftsBlatt" (Freitag-Ausgabe). Bereits Ende Juni hatte Leitl als wiedergewählter WKÖ-Präsident in einem 7-Punkte-Programm zur Belebung der Wirtschaft Coaching und Mentoring als wichtige Maßnahmen im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit genannt.
Der Kombilohn-Vorschlag, den Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein präsentiert hatte, stamme ursprünglich von der Wirtschaftskammer, hält Leitl fest. Auch der Minister sei am Anfang skeptisch gewesen, man solle das Modell aber nun einmal versuchen. Forderungen nach einer Steuersenkung seien zu wenig, damit werde die Arbeitslosigkeit nicht zu senken sein, so der WKÖ-Präsident.
Kritik äußerte Leitl an der Bürokratie- und Bundesstaatsreform. "Das ist absolut kein Ruhmesblatt." Die Politik sei nicht im Stande gewesen, die Ergebnisse der Beratungen der Experten nur ansatzweise umzusetzen. Die hier einzusparenden Beträge sieht Leitl bei einem ungenutzten Potenzial von fünf Mrd. Euro. Gefordert ist nach Ansicht von Leitl dabei Finanzminister Grasser. "Er könnte sich sofort zum 'Mister Verwaltungsreform' erklären und einen Plan für 2005 bis 2010 ausarbeiten, mit klar definierten Schritten, Zielen und externer Kontrolle. Das nicht zu tun grenzt, negativ formuliert, an Fahrlässigkeit. Nur auf den Konjunkturaufschwung zu warten, ist zu wenig", kritisiert der WKÖ-Präsident.
(apa)
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