"Absurde Geschichte": Häupl erteilt Haiders Dream-Team-Vorschlag eine klare Absage!
- "Was soll ich mir über Loser Gedanken machen?"
- Wien-Wahl kein Sprungbrett an die SP-Bundesspitze

·"Häupl und Haider: Ein Dream-Team"
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Der Wiener Bürgmeister teilt den Wünschen vom BZÖ-Chef eine klare Absage. Dass BZÖ-Chef Jörg Haider gerne in einem "Dream-Team" mit einem Bundeskanzler Häupl regieren würde, amüsiert den Wiener Bürgermeister: "Kollege Haider wird auf seine alten Tage noch witzig, hätte ich ihm gar nicht zugetraut." Ernsthaft diskutieren wolle er den Vorschlag aber nicht: "Das ist natürlich eine absurde Geschichte." Auch über eine andere Form der Zusammenarbeit mit dem orangen Bündnis denke er nicht nach: "Was soll ich mir über Loser Gedanken machen?"
Wiens Bürgermeister Michael Häupl sieht die kommende Wien-Wahl nicht als ein mögliches Sprungbrett für den Wechsel an die Spitze der Bundes-SPÖ. Im Interview mit der APA wies er Spekulationen darüber vehement zurück: "Ich erkläre zum wiederholten Male: Ich kandidiere nicht für das Amt des Bundeskanzlers." Notariatsakt werde er zwar keinen unterzeichnen, aber er weise einmal mehr darauf hin, "dass es keinen Sinn hat, wenn ein bald 56-Jähriger einen 44-Jährigen ablöst".
Dass sich der Wiener Bürgermeister und SP-Landesparteichef am 23. Oktober über einen Wahlerfolg freuen darf, ist äußerst wahrscheinlich. Alle Umfragen gehen davon aus, dass die Wiener SPÖ - die im Stadtparlament bereits eine absolute Mandatsmehrheit hat - in Zukunft auch über eine absolute Stimmenmehrheit verfügen wird.
Keine Diskussion um Gusenbauer
"Ich bin auch überzeugt davon, dass es keine Spitzenkandidaten-Diskussion in der SPÖ geben wird. Wir haben wirklich was anderes zu tun, als uns mit uns selbst zu beschäftigen", betonte Häupl gegenüber der APA. Auch Erfolge bei den kommenden Landtagswahlen werden daran nichts ändern: "Umso stärker ist Alfred Gusenbauer und um so mehr Berechtigung hat er auch für die von mir vorbehaltlos unterstützte Kanzlerkandidatur bei den Nationalratswahlen."
Dass er noch einmal ein anderes politisches Amt anstreben könnte, hielt Häupl für wenig wahrscheinlich: "Ich bin wahnsinnig gerne Bürgermeister, bleibe das auch gerne, wenn die Wählerinnen und Wähler das wollen, noch geraume Zeit."
Intensiv-Wahlkampf ab Mitte September
Häupl und die Wiener SPÖ werden in Kürze den Intensivwahlkampf beginnen. Die offizielle Auftaktveranstaltung ist für Mitte September anberaumt. Eine reine "Häupl-Show" soll der Wahlkampf aber nicht werden: "Wir haben eine ganze Menge hervorragender Ergebnisse vorzuzeigen. Wer sehenden Auges durch die Stadt geht und seinen Blick nicht trüben lässt durch ideologisch begründete Fehlleistungen, kann ja erkennen, wie toll die Stadt ist."
Der Wiener Bürgermeister bestätigte, dass die Werte für seine Partei erfreulich sind: "Auch in unseren eigenen Umfragen liegt die SPÖ sehr gut, aber die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Und wir werden dafür sorgen müssen, dass möglichst viele von denen, die SPÖ wählen wollen, tatsächlich auch hingehen und SPÖ wählen." Eine konkrete Zahl in Sachen Umfrage-Werte nannte Häupl nicht, er meinte jedoch: "Sie können davon ausgehen, es ist ein Fünfer vorne." In jüngst veröffentlichten Umfragen lagen die Stadt-Roten bei Werten bis zu 54 Prozent Stimmanteil.
Häupl für "strikte Trennung" von Polit-Job und Privatleben
Häupl spricht sich für eine "strikte Trennung" von Polit-Job und Privatleben aus. Damit dies garantiert sei, müsse ein Politiker diese Trennung aber auch strikt einhalten, betonte er im APA-Interview: "Ich sage: Job ist Job, mit dem Privatleben soll man meiner Ansicht nach nicht hausieren gehen."
"Es kann nicht sein, dass in Sonnenschein-Zeiten ein Politiker die Medien an seinem Privatleben teilhaben lässt, und wenn die Schattenseiten des Lebens kommen, dann will man die Medien ausschließen. Das wird nicht gehen", meinte Häupl. Wobei sich die Arbeit und die Funktion von Politikern nach Ansicht des Wiener Bürgermeister auch geändert haben.
Diese sei früher viel mehr von Repräsentations-Aufgaben geprägt gewesen. Zunehmend sei der Politiker nun eine Mischung aus "Manager, Oberpsychiater, Schauspieler und sonstigem" geworden, so Häupl. Gewisse Berufsgruppen, die im Show-Biz stünden, hätten ein gewisses Interesse daran, in den Medien vorzukommen: "Das schlägt dann auch gelegentlich in die Politik durch."
"Aber das hängt schon davon ab, wie man es handhabt. Wenn jemand das provoziert und jemand meint, er muss bei jedem Besuch, sei es in Italien oder in New York, veranlassen, dass Medien an seinem Glück teilhaben, dann darf man sich nicht wundern", befand der Wiener Bürgermeister - dessen Privatleben nach der Trennung von seiner Frau zuletzt ebenfalls in den Medien thematisiert wurde.
Ob er glaube, dass Privates auch im Wahlkampf eine Rolle spielen werden? "Das weiß ich nicht, dass bestimme ich ja nicht alleine. Ich hoffe aber, dass man das respektiert, was normales Menschenrecht ist", sagte Häupl. (apa/red)
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