Donnerstag, 18. August 2005

Grobe Sicherheitsmängel am Flughafen Wien: Pistole und Pfeffersprays geschmuggelt

  • Verfassungsschutz wollte die Kontrollen testen
  • Flughafensprecher Hans Mayer bestätigte Vorfall

"Schwerwiegende Mängel" hat das Amt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung bei den Passagierkontrollen am Flughafen Wien festgestellt. Bei einem vom Innen- und Verkehrsministerium "Undercover" durchgeführten Test gelang es demnach zwei Personen, bewaffnet durch die Kontrollen zu gelangen.

Die Security-Teams hätten ihnen Taschenmesser abgenommen, aber eine Schreckschuss-Pistole und Pfeffersprays übersehen. Flughafensprecher Hans Mayer bestätigte laut "Standard" den Vorfall, betonte aber gleichzeitig, dass es sich um eine Ausnahme gehandelt habe. Sogar US-Behörden, die ebenfalls regelmäßig Kontrolltests durchführten, zollten der Airport-Sicherheit in Schwechat immer wieder großes Lob, so Mayer: "Hundertprozentige Sicherheit gibt es einfach nicht." Da die Pistole aus Plastik gewesen sei, sei es schwierig gewesen, sie zu detektieren.

Nach den dem "Standard" vorliegenden Unterlagen wurde der Test am 12. Juli unter Aufsicht von Innen- und Verkehrsministerium durchgeführt. Es habe sich um einen Routinetest gehandelt, der gemäß einer EU-Verordnung regelmäßig unter normalen Betriebsbedingungen und natürlich ohne Wissen des Sicherheitspersonals durchgeführt werden müsse.

In beiden Fällen wurden bei jeweils zwei Kontrollen trotz Röntgenstraße und Metalldetektor-Durchgang nur die Messer entdeckt. Das niederösterreichische Landesamt für Terrorbekämpfung hat, so "Der Standard", wegen "Gefahr in Verzug" die Flughafen-Security aufgefordert, "unverzüglich eine ordnungsgemäße Sicherheitskontrolle herzustellen".

Leiter des Bundeskriminalamts: Bereits Maßnahmen ergriffen
Nach dem schlechten Ergebnis des Tests am Flughafen Wien am 12. Juli wurden sofort Maßnahmen getroffen, teilte der Leiter des Bundeskriminalamts, Dr. Herwig Haidinger, am Donnerstag im Gespräch mit der APA mit. So wurde die Polizeipräsenz verstärkt und die Schulungen des Personals am Flughafen intensiviert. Das geschah nicht nur in Schwechat, sondern auch auf allen anderen Flughäfen in den Bundesländern.

Ein nicht angemeldeter Test am 12. August wurde laut Haidinger dann zu 100 Prozent bestanden. Von 10.30 bis 13.00 Uhr versuchten Personen Rasierklingen, Messer und Schraubenzieher im Handgepäck, in der Kleidung oder am Körper durch die Kontrollen zu schmuggeln.
(apa/red)

18.8.2005 18:00