SPÖ-Chef Gusenbauer sorgt sich um Lehrlinge, Jobs und Ausbildung für Jugend
- "Versäumnisse zahlt die Generation der Zukunft"
Für SPÖ-Parteichef Alfred Gusenbauer setzt die Regierung die Zukunft der österreichischen Jugend aufs Spiel. "Es ist jedes Jahr das Gleiche, oder?", nämlich dass zu wenige Lehrstellen vorhanden seien, befand Gusenbauer bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Nicht nur "Arbeitslosenminister" Martin Bartenstein (V) bekam sein Fett ab, sondern auch die Bildungspolitik: Von 90.000 Schülern hätten im Vorjahr fünf Prozent nicht einmal die Hauptschule abgeschlossen, zudem gebe es bei den 15-Jährigen eine "erschreckende Drop-out-Quote". Die Maturantenquote stagniere bei 40 Prozent.
Die Regierung produziere aber nur "Luftblasen" und tue nichts um die Situation bei den Lehrstellen, an den Schulen und Universitäten zu verbessern. "Die Versäumnisse von heute, wird die Generation der Zukunft zu bezahlen haben", warnte der SP-Parteichef.
Im Jahr 2004 seien 15.648 Jugendliche auf der Suche nach einem Lehrplatz gewesen, aber es habe nur 1.872 offene Stellen gegeben. Um zumindest 4.000 zusätzliche Lehrstellen zu schaffen, plädierte Gusenbauer für die Wiedereinrichtung der Lehrlingsstiftungen, also überbetriebliche Lehrausbildungen. Diese habe die Regierung nämlich de facto abgeschafft. Außerdem müsse es einen Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben geben. "Wir haben lange genug zugesehen", befand der SP-Chef. Die Regierung schnüre aber lediglich die "bekannten Pakete" und der Nachschub an qualifizierten Facharbeitern werde nicht gelöst.
In Österreich sei die Akademikerquote von 14 Prozent unter dem OECD-Durchschnitt, führte der SPÖ-Politiker weiter aus. Die Regierung falle dazu nicht mehr ein, als Studiengebühren einzuführen und anzukündigen, dass es "Weltklasseuniversitäten" geben soll. Gusenbauer lud zu einem Rundgang ins Wiener Neue Institutsgebäude ein, um zu sehen, wie eine "Weltklasseuniversität" aussehe. Die österreichischen Universitäten würden eine hohe Drop-out-Rate verzeichnen: nämlich 41 Prozent (OECD-Durchschnitt: 30 Prozent). "Das ist ein ganz, ganz deutlicher Hinweis darauf, wie die Zustände an den Universitäten aussehen", folgerte Gusenbauer.
SPÖ für Wiedereinrichtung der Lehrlingsstiftungen
Die SPÖ spricht sich angesichts der steigenden Jugendarbeitslosigkeit erneut für die Wiedereinrichtung der Lehrlingsstiftungen aus. Parteichef Gusenbauer forderte zudem die Schaffung eines Lehrlings-Ausbildungsfonds, in dem Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, einzahlen sollen.
Im Jahr 2004 seien 15.648 Jugendliche auf der Suche nach einem Lehrplatz gewesen, aber es habe nur 1.872 offene Stellen gegeben. Um zumindest 4.000 zusätzliche Lehrstellen zu schaffen, plädierte Gusenbauer für die Wiedereinrichtung der Lehrlingsstiftungen, also überbetriebliche Lehrausbildungen. Diese habe die Regierung nämlich de facto abgeschafft. Außerdem müsse es einen Lastenausgleich zwischen ausbildenden und nicht-ausbildenden Betrieben geben.
(apa/red)
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