Steirer stirbt nach Zeckenbiss: FSME fordert
bereits den zweiten Todesfall in Österreich
- Bisher wurden 43 FSME-Erkrankungen registriert
Ein ausgesprochen gefährliches "Zecken-Jahr 2005": Nachdem Ende Juni bereits eine 82-jährige Oberösterreicherin der FSME erlegen ist, starb vor einigen Tagen auch ein 60-jähriger Steirer an der heimtückischen Krankheit. Dies sagte der Chef des Instituts für Virologie der Universität Wien, Univ.-Prof. Dr. Franz X. Heinz. In Österreich wurden in diesem Jahr bisher schon 43 FSME-Erkrankungen registriert (2004 insgesamt: 54).
Der erste FSME-Fall wurde in diesem Jahr im Mai registriert. Ein siebenjähriger steirischer Bub, der nicht geimpft gewesen war, erkrankte schwer und musste ins Spital eingeliefert werden. Die 82-jährige Vöcklabruckerin, die Ende Juni starb, hatte sich nie gegen die FSME immunisieren lassen. Den letzten Todesfall hatte es vor einigen Jahren gegeben. Ein Japaner, der seine in Salzburg verheiratete Tochter besuchte, hatte sich beim Spazierengehen infiziert.
Heinz über die Besonderheiten dieses Jahres in Sachen FSME: "Neben den zwei Todesfällen haben wir auch drei Kinder im Alter bis sechs und weitere drei im Alter bis 14 Jahren, die erkrankten. In einem Fall handelte es sich sogar um einen drei Wochen alten Buben, der an einer FSM-Enzephalitis erkrankte. Die Mutter war nicht infiziert, also muss sich Baby gleich nach der Geburt angesteckt worden sein. Mehr als die Hälfte aller Erkrankten sind über 50 Jahre alt. Man kann sich auch jetzt noch immunisieren lassen.
Bei dem zweiten Opfer der FSME-Saison 2005 handelt es sich um einen 60-jährigen Steirer. Er wurde ins LKH Graz West eingeliefert. Jede Hilfe kam aber zu spät. Der Experte: "In Europa geht man von einer Todesrate von 0,5 bis einem Prozent bei FSME-Erkrankungen aus. Seit dem Erreichen der hohen Durchimpfungsrate in Österreich werden pro Jahr zwischen 50 und 100 Erkrankungen registriert. Da kann es auch den einen oder anderen Todesfall geben. Die Zahl der Erkrankungen liegt derzeit bei 43, im vergangenen Jahr waren es im Vergleichszeitraum 47." (apa/red)
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