Erneuter Hochwasseralarm in Österreich: Angespannte Lage in Steyr und Schärding
- Niederösterreich: Keller überflutet, Straße vermurt
- Metereologen prophezeien: Der Sommer ist vorbei
·Hartberg: Pensionist stirbt an Unterkühlung
Schwammerlsucher hatte sich im Wald verirrt
Regen- statt Sonnenschirm - das scheint das Motto des heuer recht "verpatzten" Augusts zu sein. Über Salzburg und dem Innviertel gingen bis Dienstagvormittag regelrechte Fluten nieder. 93 Liter pro Quadratmeter wurden seit Montagnachmittag am Wolfgangsee gemessen, in der Mozartstadt waren es immerhin 83.
"100 Liter innerhalb von 24 Stunden sind extrem selten", erklärte Meteorologe Josef Haslhofer von der Wetterdienststelle Salzburg. Um 5.00 Uhr überschritt die Salzach in der Stadt die Hochwasser-Meldegrenze, dennoch gab es zum Glück im ganzen Bundesland kaum Überschwemmungen.
In 16 der 119 Salzburger Gemeinden musste die Feuerwehr ausrücken, vor allem im Flachgau und im Tennengau. Praktisch in allen Fällen mussten einzelne Keller ausgepumpt werden, größere Hochwasser oder Murenabgänge wurden nicht verzeichnet, sagte ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos der APA.
Nach den heftigen Regenfällen seit Montagnachmittag und dem Anstieg der Flüsse konnte der hydrographische Dienst des Landes Salzburg am Dienstagnachmittag Entwarnung geben. "Alle Pegelstände sind leicht rückläufig, es werden auch keine großen Niederschlagsmengen mehr nachkommen", schilderte Harald Huemer der APA. "Das war ein Ereignis, dass im Schnitt alle drei Jahre vorkommt." Die Feuerwehren mussten zu insgesamt 30 Einsätzen ausrücken.
Steyr und Schärding von Hochwasser bedroht
In Oberösterreich wurden am Dienstagvormittag Hochwasser-Vorkehrungen getroffen. Nach heftigen Regenfällen standen in Steyr der Ennskai und der Ortskai bereits teilweise unter Wasser. Mit Spannung verfolgte man die Situation am Inn in Schärding. Auch andere Flüsse hatten erhöhte Pegelstände, eine akute Hochwassergefahr gab es hingegen nicht. Entwarnung kam an der Donau. Zudem zeichnete sich in den Mittagsstunden eine leichte Entspannung der Situation ab.
Für die Donau rechneten die Experten mit keinen großen Auswirkungen, da auf der Strecke bis zur Mündung des Inn in die Donau bei Passau noch einige Kraftwerke liegen. Keine Gefahr drohte auch aus Bayern: Die Pegelstände der Donau zeigten dort seit Tagen keine erhöhten Werte. In Linz und Mauthausen waren sie von der Hochwassergefahr "weit weg".
Keller überflutet, Gemeindestraße vermurt
Starke Regenfälle führten zu Überflutungen von vier Hauskellern in Nonndorf bei Gars am Kamp (Bezirk Horn). Nach Angaben der Sicherheitsdirektion war der Ortsbach über die Ufer getreten, nachdem das Regenwasser von den umliegenden Feldern den Anger überschwemmt hatte und die Wassermassen vom Abfluss nicht zu bewältigen waren. Die Höhe des Sachschadens stand vorerst nicht fest.
Bereits in der Früh war eine Gemeindestraße bei Gars durch etwa 100 Quadratmeter Erdreich vermurrt und unpassierbar geworden. Die Aufräumarbeiten nahmen mehrere Stunden in Anspruch. In dem betroffenen Gebiet standen die FF Gars am Kamp, Nonndorf und Thunau am Kamp im Einsatz.
Der Sommer ist vorbei
Die Meteorologen auf der Hohen Warte in Wien glauben noch immer an eine Wiederkehr des Sommers: "Das kann's ja nicht gewesen sein. Silberstreif ist allerdings noch keiner am Horizont auszumachen."
Wer sich generell über den Sommer 2005 beschwert, der kann sich zumindest statistisch trösten lassen: Juni und Juli waren zu warm - zumindest gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Dafür waren die Niederschläge im Juli örtlich sehr unterschiedlich, generell hat es aber zu viel geregnet. (apa/red)
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