Dienstag, 11. Juli 2006

Kfz-Versicherung mit Hindernissen: Junge Lenker sind bei den Unternehmen unbeliebt!

  • ARBÖ-Umfrage: Hohe Selbstbehalte & Co für Junge
  • Online-Versicherungen lehnen Jugendliche oft ganz ab

Für junge Führerschein-Neulinge ist es nicht einfach, eine günstige Autoversicherung zu finden. Wie ein Versicherungsvergleich des Autofahrerclubs ARBÖ ergibt, akzeptieren nur 7 der insgesamt 18 befragten Kfz-Haftpflichtversicherer 18-jährige Führerschein-Neulinge uneingeschränkt als Kunden.

Weitere sechs Unternehmen versichern diese Kundengruppe nur gegen Auflagen wie höhere Selbstbehalte, Prämienzuschläge oder Risikoprüfungen. Fünf Versicherungen lehnen 18-Jährige als Kunden für die Auto-Haftpflichtversicherung überhaupt ab.

Ausbildung besser denn je
"Da sich die Unfälle der 18-jährigen Lenker erfreulicherweise verringert haben, wäre es an der Zeit, auch die Versicherungskonditionen für diese Gruppe zu verbessern und sie nicht weiter zu verschärfen", kritisiert ARBÖ-Generalsekretär Rudolf Hellar in einer Pressemitteilung. Führerscheinneulinge absolvierten nach der Fahrprüfung noch ein Fahrsicherheitstraining, ein verkehrspsychologisches Gespräch und zwei Perfektionsfahrten. Ihre Ausbildung sei wesentlich besser als je zuvor.

Jugend-Verweigerer
Überraschend beim Versicherungstest sei, dass sich unter den Versicherungen, die Jugendliche erst ab 23 Jahren als Kunden nehmen, die Online-Anbieter Züritel und Wiener Städtische (via Internet) befinden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Diese schließen Verträge erst ab 23 Jahren (Züritel) bzw. 24 Jahren (Wiener Städtische) ab. Die sonst recht günstigen Online-Anbieter winkten geradezu ab. Wenn man bedenke, dass gerade die Jugendlichen das Internet als Informations- und Einkaufsmöglichkeit nutzen, sei das eine "erstaunliche Kundenstrategie". Zur Gruppe der "Verweigerer" gehörten weiterhin VAV und HDI Hannover Versicherung und neuerdings die Kärntner Landesversicherung (KLV). Sich umfassend bei Versicherungsangeboten zu informieren, sei keine leichte Sache. "Wir raten dringend davon ab, nur auf die Prämie zu sehen. Wichtig ist es auch zu wissen, welche Art von Schutz man wirklich braucht und welche Leistungen man von der Kfz-Haftpflichtversicherung für sein Geld erhält", so Hellar.

Preisnachlass möglich
Der ARBÖ hat für junge Autofahrer Tipps für den Abschluss parat. Es zahle sich aus, sich bei den Eltern umzuhören, denn drei Viertel aller Versicherungen hätten einen Nachlass von 5 bis 30 Prozent, wenn im Haushalt oder auch in der Familie bereits andere Versicherungsverträge abgeschlossen wurden. Das könnten auch Haushalts- oder Lebensversicherungen sein. Drei von zehn Versicherungen hätten erhöhte Prämien für junge Lenker, die meist ab dem 24. Geburtstag wegfallen. Dies muss aber eigens beantrag werden. Städter zahlen mehr als Landbewohner. In Ballungszentren lebende Jung-Autofahrer müssten mit einer um 5 bis 10 Prozent höheren Versicherungsprämie rechnen. Bei Allianz und Donau Versicherung müsse man nach einem Unfall mit einem fix festgelegten Schadenersatzbeitrag rechnen, der von 350 bis 700 Euro - je nach Alter und Versicherung - reiche.

Bonus für Mehrphasen-Fahrausbildung & Frauen
Einen Bonus gibt es bei Mehrphasen-Fahrausbildung und für Frauen. Donau, UNIQA, Generali, Raiffeisen SK und Wiener Städtische belohnen Unfall frei fahrende Mehrphasen-Führerschein-Besitzer mit einer Bonuszahlung von 100 bis 110 Euro. UNIQA, Raiffeisen und Wiener Städtische verlangen keine Prämienzuschläge und gewähren auch den Mehrphasen-Bonus. Frauen bekommen bei Zürich, Allianz, UNIQA, Generali und Raiffeisen 5 bis 10 Prozent-Nachlass. Uneingeschränkt möglich ist für junge Autofahrer der Versicherungsabschluss dem ARBÖ-Vergleich zufolge bei Wüstenrot, Oberösterreichische, Vorarlberger Landesversicherung, Raiffeisen, Zürich, Wiener Städtische und UNIQA. Mit Auflagen abgeschlossen werden könne bei Donau, Tiroler Landesversicherung, Generali, Allianz, Anker und SK. Der Jugend ablehnend gegenüber stünden VAV, HDI Hannover Versicherung und Kärntner Landesversicherung. (APA/red.)

11.7.2006 11:12