Montag, 8. August 2005

Letzte Runde der Verhandlungen: T-Mobile kauft tele.ring für 1,3 Milliarden Euro auf

  • Das Keilen um die Wechselkunden beginnt bereits
  • "profil": T-Mobile braucht Unterstützung für den Kauf

Die Endverhandlungen um den Verkauf von tele.ring an T-Mobile sollen noch heute beginnen. Die Tochter der Deutschen Telekom will die Nummer 4 am heimischen Mobilfunkmarkt für 1,3 Milliarden Euro kaufen. Wie das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet, kann T-Mobile diese Summe nicht allein aufbringen, sondern muss sie über ein Darlehen der Deutschen Telekom finanzieren.

T-Mobile Austria-Chef Pölzl hatte Ende vergangener Woche erklärt, dass die Verträge bis spätestens Montag unterzeichnet werden würden. Aktuell wollten weder T-Mobile, noch tele.ring eine offizielle Stellungnahme abgeben. Der Aufsichtsrat der Deutschen Telekom hatte am Donnerstag Grünes Licht für die Übernahme gegeben.

Nach der Vertragsunterzeichnung muss T-Mobile die Übernahme bei den Wettbewerbshütern der EU-Kommission zur Prüfung anmelden. Brüssel muss die Übernahme dann entweder selber prüfen oder an die heimischen Wettbewerbsbehörden weitergeben. Telekom-Experten in Österreich gehen ebenso wie der Leiter der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), Walter Barfuß, davon aus, dass die Causa eher in Brüssel bleiben wird. Dass der zweitgrößte Mobilfunkanbieter eines Landes die Nummer Vier übernimmt, habe es in Europa in dieser Form bisher noch nie gegeben, heißt es.

Drei Betreiber teilen sich 95 Prozent des Marktes
Sowohl das Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent Marktanteil durch einen Anbieter als auch von 80 Prozent durch vier Unternehmen gibt nach österreichischem Recht Anlass zur Vermutung einer dominanten Stellung.

T-Mobile kommt - unter der theoretischen Annahme, dass keine Kunden abwandern - mit tele.ring auf einen Marktanteil von rund 37 Prozent am österreichischen Mobilfunkmarkt. T-Mobile und der Marktführer, die Telekom Austria-Tochter Mobilkom (A1), kommen zusammen danach auf 77 Prozent Marktanteil. Rechnet man noch One dazu, teilen sich drei Mobilfunkanbieter 95 Prozent des Marktes. (apa/red)

8.8.2005 12:12