Elektroaltgeräteverordnung tritt in Kraft: Rückgabe von Elektrogerät ab jetzt gratis
- 30 bis 50 Mio. Euro an Kosten für den Elektrohandel
- Wermutstropfen: Preisanstieg bei Neugeräten
·Stichwort "Elektroalt-geräte-Verordnung"
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Seit Samstag gilt in Österreich die so genannte Elektroaltgeräteverordnung (EAV). Damit können alte Elektrogeräte gratis bei den Sammelstellen der Gemeinden oder - unter bestimmten Voraussetzungen - bei einem Händler zurückgegeben werden. Die Kosten für die Sammlung, Verwertung und Entsorgung der Elektroaltgeräte trägt aber wieder der Konsument über höhere Preise, sagte Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums Elektrohandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).
"Ich bin mir sicher, dass die Preise steigen werden. Denn kein Händler hat die Mehrkosten als Kalkulationsreserve offen", so Krejcik. Auf den heimischen Elektrohandel kommen Kosten von 30 bis 50 Mio. Euro zu, schätzt der Obmann. In der gesamten EU werde mit Kosten für die Umsetzung der EAV von 900 Mio. Euro gerechnet.
Konsumenten müssen im Laufe des Herbstes vor allem bei Artikeln der unteren Preisklassen mit Verteuerungen rechnen, teilweise im zweistelligen Prozentbereich. Die Entsorgungsbeiträge, die ein Händler abführen muss, liegen laut WKÖ zum Beispiel bei Kühlgeräten zwischen 25 und 30 Euro, bei TV-Geräten zwischen 10 Euro und 20 Euro und bei Leuchtstofflampen in Höhe von rund 20 bis 25 Prozent des Produktpreises. Es könne daher davon ausgegangenen werden, dass die Produktpreise entsprechend steigen werden, zumal "der Hersteller und der Handel in dem extrem scharfen Wettbewerb der Branche diese Kosten nicht schlucken kann".
Zudem kommen für den Handel auf Grund der Sammelverpflichtung Kosten durch die Bereitstellung entsprechender Lagerflächen, die Lagermanipulation und den Transport zu den Sammelstellen zu. Dafür seien keine Vergütungen vorgesehen, erläuterte Krejcik.
Positiver Umweltbeitrag wird bezweifelt
Den positiven Umweltbeitrag durch die Umsetzung der EAV bezweifelt Krejcik. Auf jeden einzelnen Händler - egal welcher Branche - komme eine "überbordende Bürokratie" zu, was die eigentlichen Ziele, die umweltgerechte Entsorgung und Verwertung von Elektroaltgeräten, sehr teuer mache: "Wir rechnen damit, dass die Kosten für den administrativen Aufwand höher liegen als für die eigentliche umweltgerechte Behandlung," hieß es.
Bereits bisher habe der Elektrohandel in Österreich bewiesen, "dass wir es mit der Sorge um die Umwelt sehr ernst nehmen." So wurden - auf freiwilliger Basis - im Jahr 2004 rund 35.000 Tonnen an Elektroaltgeräten, das sind 4,5 Kilogramm pro Einwohner, gesammelt. Damit wurde bereits die jetzt von der EU vorgegebene Sammelmenge von 4 kg pro Person erfüllt. Vor diesem Hintergrund hätte sich der Elektrohandel eine für den Handel leichter durchführbare und für die Verbraucher weniger verwirrende Lösung gewünscht", so Krejcik.
Anstieg der Sammelmenge auf 75.000 Tonnen erwartet
Der WKÖ-Obmann rechnet damit, dass bei der Sammellust der Österreicher die Sammelmenge sogar noch auf 75.000 Tonnen steigen werde. Ein Viertel bis ein Drittel davon dürfte beim Handel abgegeben werden, der Rest bei den Sammelstellen, schätzt Krejcik.
Betroffen von der Regelung sind fast alle Produkte, die der Elektrohandel verkauft. Selbst Duftstecker, elektrische Zimmerbrunnen oder Armbanduhren, wenn sie batteriebetrieben sind, gelten als "Elektroaltgeräte" im Sinne der Verordnung.
(apa)
