EU-Richtlinie umgesetzt: Ab heute können alte Elektrogeräte gratis abgegeben werden

  • Verteuerung der Geräte um 1 bis 3 Prozent erwartet
  • Verordnungs-Ziel: Schutz von Umwelt und Gesundheit

Ab morgen ist die Entsorgung ausgedienter Elektrogeräte - zumindest für den Konsumenten - kostenlos. Mit dem Inkrafttreten der Elektroaltgeräteverordnung am 13. August 2005 müssen alte Elektrogeräte - dazu zählen alle mit Strom betriebenen Geräte, vom PC, über den Haarfön bis zum Kühlschrank - unentgeltlich von der lokalen Sammelstelle oder, beim Kauf eines neuen Gerätes, vom Händler zurückgenommen werden. Für die Entsorgung muss der jeweiliger Hersteller sorgen. Mit der neuen Verordnung setzt Österreich zwei EU Richtlinien um.

Hersteller und Importeure müssen sich jetzt registrieren und selbst oder über die Teilnahme an einem Sammel- und Verwertungssystem für die Abholung bzw. sachgemäße Entsorgung der Geräte sorgen. Dabei hat die Wiederverwendung wertvoller Bauteile und Stoffe höchste Priorität: Je nach Gerätetyp sieht das Gesetz Mindestverwertungsquoten von 50% bis 80% vor. Somit wird einerseits das Volumen des Abfallstroms verringert, andrerseits gehen wertvolle Rohstoffe - wie Edelmetalle oder sortenreiner Kunststoff - nicht verloren.

Ziel ist Schutz von Umwelt und Gesundheit
Ziel der Verordnung ist der Schutz der Umwelt und der Gesundheit. Einerseits durch Reduktion von Abfall und dessen sachgemäße Entsorgung, andererseits durch die Beschränkung der Verwendung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten. Ein nächster Schritt ist das generelle Verbot bestimmter umweltgefährdender Substanzen (zum Beispiel: Blei, Quecksilber, sechswertiges Chrom) für Elektro- und Elektronikgeräte, das mit Juli 2006 in Kraft tritt.

Hohe Kosten
Insgesamt schätzt die EU-Kommission die Kosten für den Aufbau von entsprechenden Sammel-, Recycling- und Entsorgungssystemen bzw. die vorgeschriebene Reduktion bestimmter gefährlicher Substanzen in Elektro- und Elektronikgeräten europaweit auf jährlich 500 bis 900 Mio. Euro; 300 bis 600 Mio. Euro davon für die Sammlung, 200 bis 300 Mio. Euro für Verwertung und Recycling. Der daraus resultierende Preisanstieg werde für die meisten Elektrogeräte mit 1 Prozent veranschlagt, für Kühlschränke, Fernseher, Monitore mit zwei bis drei Prozent, hieß es aus der Brüsseler Behörde. (apa/red)

11.8.2005 15:29
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