Internet-Gauner knöpfen Geschäftsmann 42.000 Euro ab: Mit Erbschaft geködert
- "Doktor Zumba" versprach 19 Millionen Dollar
- Nigeria Connection treibt in ganz Europa ihr Unwesen
Weil er ihm eine 19 Mio.-Dollar-Erbschaft versprach, ist ein Grazer Unternehmer auf einen falschen Akademiker herein gefallen. In mehreren Teilzahlungen lockte "Doktor Zumba" dem Geschäftsmann rund 42.000 Euro aus der Tasche. Beim letzten Treffen konnte der Betrüger schließlich festgenommen werden. Die Fahndung nach zwei Komplizen blieb bisher erfolglos. Wegen der "typischen Vorgehensweise" soll es sich laut Grazer Stadtpolizeikommando eindeutig um Mitglieder der "Nigeria Connection" handeln.
Der 46-jährige Geschäftsmann bekam im März diesen Jahres von einem "Doktor Zumba" ein E-Mail aus Ghana, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er 19 Mio. US-Dollar geerbt hätte. Da der Grazer tatsächlich Verwandte im Ausland hat, leistete er insgesamt rund 42.500 Euro an Vorauszahlungen für diverse Gebühren.
Unternehmer flog sogar für Treffen nach Amsterdam
Im März flog der Unternehmer gemeinsam mit seiner Ehefrau sogar nach Amsterdam, um sich mit "Doktor Zumba" - ein nigerianischer Staatsbürger - und einigen weiteren Schwarzafrikanern zu treffen. "Sie zeigten ihm einen Koffer voller Dollar-Noten, die allerdings 'ungültig' gestempelt waren", erzählte Hermann Kemetmüller von der Grazer Polizei. Mit einer Chemikalie hätten die mutmaßlichen Betrüger die Geldscheine dann aber gereinigt. Drei Hundert-Dollar-Scheine gaben sie ihrem gutgläubigen Opfer mit.
"Doktor Zumba" forderte weitere Zahlungen
Als sich der falsche Akademiker Anfang August meldete und eine weitere Zahlung von 27.500 Euro forderte, wurde der Geschäftsmann stutzig. Er ließ sich zwar zum Schein auf das Geschäft ein, verständigte aber die Exekutive. "Doktor Zumba" konnte schließlich am Wochenende an der Mautstelle St. Michael (Bezirk Leoben) der A9 Pyhrnautobahn festgenommen werden. Zu den Vorwürfen wollte der "Doktor" bisher nichts aussagen.
Wahrscheinlich Mitglied der Nigeria Connection
Die Polizei ist sich ziemlich sicher, dass der falsche Doktor Mitglied der Nigeria Connection ist. Diese kriminelle Organisation mit Stützpunkten in London, Amsterdam, Madrid und Wien treibt schon seit einigen Jahren in ganz Europa ihr Unwesen. Die Masche ist immer die selbe: Die Opfer erhalten Briefe, Faxe oder E-Mails mit lukrativen Geschäftsangeboten, Gewinnen oder Erbschaften. Lässt sich jemand auf das "Geschäft" ein, werden hohe "Vorauszahlungen" gefordert.
Grazer nicht der erste Betrogene
"Wir erinnern immer wieder daran, Post und E-Mails von Unbekannten sofort zu löschen bzw. wegzuwerfen und auch keinen ominösen Anrufern Glauben zu schenken", erklärte Kemetmüller. Erst im Juli hat ein 89-jähriger Pensionist aus Graz einem Unbekannten, der ihn angerufen und in Madrid einen hohen Lotteriegewinn versprochen hatte, über mehrere Monate tausende von Euro überwiesen. Seinen vermeintlichen Gewinn bekam der Pensionist aber nie zu Gesicht. (apa/red)
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