Mittwoch, 10. August 2005

„Madame Nina“: Die Königin der Nacht

Österreichs legendärste Puffmutter hinter den Rotlicht-Kulissen. Wie sie lebt, wovon sie träumt. Und: Warum Popstars, Politiker und hohe Polizisten ihr Haus schätzen.

Diamantklunker an den Händen, glänzende Schminke im Gesicht und in den Augen ein Glitzern, das selbst nach mehr als 1001 Nacht nicht erloschen ist: Madame Nina, 56, erfüllt alle Klischees einer „Puffmutter“. Im Zentrum Wiens betreibt sie seit 27 Jahren „Nina’s Bar“: Österreichs exklusivstes und teuerstes Freudenhaus.

Ihre Mädchen – begehrt und verehrt von Staatsoberhäuptern, Hollywood-Stars, Wirtschaftsbossen und sogar von hochrangigen Polizeibeamten. Alle diese Männer lieben „Ninas Damen“ ebenso wie Nina selbst – aber freilich nur im Geheimen.

„Fast wie ein Kloster …“ Und das geht Madame ein wenig zu Herzen. „Viele Menschen“, erzählt sie, „reduzieren mich leider nur auf das Rotlicht. Dabei lebe ich wie eine Nonne. Und mein Lokal ist manchmal ohnehin ein Kloster. Unter meinen Gästen sind ja so viele Priester.“ Nina’s Bar – ein Treffpunkt für die Spitzen der Gesellschaft eben. Seit Jahrzehnten schon.

„Wollte nur Männer …“ „Ich wollte in einer Branche arbeiten, in der nur Männer die Kunden sind“, sieht Madame ihren Eintritt ins Land der Lüste heute unverklärt. Zu lange hätte sie sich zuvor in ihrem Kosmetiksalon mit den Wünschen von Ministergattinnen herumärgern müssen. Also beschloss die Kroatin, die 1969 mit einem Pädagogikdiplom in der Tasche nach Wien gekommen war, ein Bordell zu eröffnen. „Mein Mann, den ich vor 36 Jahren geheiratet habe, war dagegen. Doch ich habe mich durchgesetzt.“

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10.8.2005 17:11