Mittwoch, 10. August 2005

Polit-Thriller: Die Akte Herberstein. Das ist Steiermark: Eine attraktive Gräfin gegen alle

  • Die Herberstein-Affäre: Eine gräfliche Familie hielt sich über Jahre steirische Politiker als Financiers

Das ist Steiermark: Eine attraktive Gräfin gegen alle. Ein maroder Tierpark als Wahlkampfmunition. Und Landesmutter Klasnic
in schweren Nöten.

In besseren Zeiten verfügte sich Klasnics Kronprinz Hirschmann höchstpersönlich zur allergnädigsten Gräfin, um submissest dienlich zu sein. Subventionen? Selbstverständlich – bitte sehr! Noch mehr Subventionen? Kein Problem – schon bewilligt!

Ein dickes Lob in aller Öffentlichkeit? Gerne, bitte sehr: „… Ich möchte natürlich auch der Gräfin Herberstein und allen Bediensteten dort, und das sind gar nicht wenige, sehr herzlich danken für dieses großartige Engagement in den letzten Jahren und Jahrzehnten!“

Danke, herzlichstes Danke, liebe Gräfin, für „ein großartiges oststeirisches Leitprojekt touristischer Art …“

Aufmarsch aller Couleurs. Wenn Andrea Herberstein, „die Gräfin“, rief, dann kamen sie alle: die Schwarzen, die Roten und die Blauen. Und niemand kam mit leeren Händen: der Herr Landeshauptmann Josef Krainer, dessen Nachfolgerin Waltraud Klasnic, deren damaliger Kronprinz, der Landesrat für Tourismusförderung, die Landesräte für Wissenschaft, Forschung, Kultur, Agrar, ländliche Entwicklung, Naturschutz, Wirtschaft, Wohnbauförderung, – ohne Unterschied der Couleurs. Wenn der gräfliche Ruf erschallte, öffneten die Sozialdemokraten ebenso ihre Geldschatulle wie die Freiheitlichen. Und erst recht die ÖVP-Referenten wurden in der Berichterstattung im Landtag nie müde, die guten Taten und Werke der „Frau Gräfin“ zu berühmen.
Und dann zu zahlen.

79 Förderungstranchen. Zwischen 1984 und 2005 flossen 6.943.838 Euro und 44 Cent ins weitläufige Gut der oststeirischen Familie Herberstein. In 79 Förderungsfällen finanzierte allein das Land Steiermark beispielsweise die „Orientierungstafel Tierpark“ ebenso wie den (mit 4.204.8009 Euro der dickste Brocken) weitläufigen Tier- und Naturpark. Zusätzliche Mittel kamen aus der EU (beim Tierpark: 36 Prozent) und aus Bundesförderungen (38 Prozent).

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Das NEWS-Interview mit Waltraud Klasnic
PLUS: Analyse - Der Grazer Soziologe Manfred Prischnig über die steirischen Zustände
PLUS: Das NEWS-Exklusiv-Interview mit Andrea Herberstein und Thomas Hampson

10.8.2005 17:08