Mittwoch, 10. August 2005

„Ich will noch besser sein“

Anna Netrebko nach ihrer phänomenalen Salzburger „Traviata“ mit fast einer Million TV-Sehern – das Exklusiv-Interview in NEWS.

Die Seher-Million verpasste der ORF nur knapp. Obwohl es nicht um den Villacher Fasching ging (und wenn, dann nur in Gestalt des unfreiwillig komischen Vorausgetöses). Anna Netrebko aber, 33 und Sopranistin aus Krasnodarsk in Südrussland, hielt glorios stand: Die „Traviata“-Premiere der Salzburger Festspiele war ein echtes, kein gemachtes Ereignis. Wir widmen der seit Menschengedenken aufregendsten Violetta die zweite Coverpräsenz binnen drei Wochen.

NEWS: War der Druck bei dieser „Traviata“ nicht enorm? Manche sprachen von der Netrebko-Show.
Netrebko: Natürlich hatte ich Angst. Aber am Tag der Premiere war ich positiv aufgeregt. Ich dachte daran, wie viele Menschen zuschauen, und wollte unbedingt auf die Bühne.
NEWS: Vor einer Wiener „Traviata“ sollen Sie sich einmal so gefürchtet haben, dass Sie zu Verdi „gebetet“ haben. War das wieder nötig?
Netrebko: Ich sage manchmal: „Hör zu, Kumpel. Du hast das so schwer geschrieben, jetzt musst du mir helfen.“ Dann habe ich plötzlich das richtige „Traviata“-Gefühl. Vielleicht hört er mich!
NEWS: Kommt Ihre Kraft nur von Verdi-Zwiegesprächen?
Netrebko: Richtig sprechen tun wir ja nicht. In diesem Beruf muss man stark sein. Viele Probleme kommen vom Kopf und nicht von der Stimme. Alles hängt davon ab, wie man sich programmiert. Wenn du entspannt bist oder glücklich, kannst du alles.
NEWS: Hat Sie Ihre Kindheit in Russland stark gemacht?
Netrebko: Das war wirklich gutes Training. Das Leben in Russland war nicht leicht. Kein Geld, kein Essen, kein Job, keine Zukunft. Es war eine Zeit, in der wir Angst hatten, was mit uns passiert. Ich sah schreckliche Dinge um mich. Freunde, die alles verloren.
NEWS: Sie haben als Kind bei den Jungen Pionieren patriotische Lieder gesungen. Mussten Sie das?
Netrebko: Das war cool. Ich durfte hin, weil ich sehr gut in der Schule war – zumindest am Anfang. Früher war es notwendig, bei den Pionieren zu sein, um einen Studienplatz zu bekommen. Aber als ich studiert habe, nicht mehr.

Das ganze Exklusiv-Interview mit Anna Netrebko lesen Sie im neuen NEWS

10.8.2005 16:40