Ferrero-Waldner zu EU-Krise im NEWS-Talk: "Brüssel muss sich zurücknehmen"
- Stärkere Zusammenarbeit mit den USA gefordert
- EU-Kommissarin mit bemerkenswerten Prognosen
Ungewöhnlich offen-selbstkritische Worte findet Österreichs EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner zur EU-Krise. Am Rande der Salzburger Festspiele erklärte sie jetzt im NEWS-Sommergespräch: "Wir müssen mehr hineinhören in die Bürger: Warum ist man plötzlich so negativ eingestellt gegen die EU?"
Und liefert auch gleich ein Rezept zur dringend nötigen EU-Reform: "Wir müssen nicht alles in Brüssel regulieren, sondern nur das, was Mehrwert erzeugt. Darum: Die Barroso-Kommission wird erstmals Vorschriften ändern oder abschaffen. Es ist zuviel von Brüssel gemacht worden - etwa die berühmte Gurkenkrümmung, die Traktorsitz-Vorschrift. Also müssen wir uns zurücknehmen, bei manchem die Sinnfrage stellen."
Bemerkenswert auch Ferreros Prognose zur unmittelbaren Zukunft der EU. Rund um Österreichs Präsidentschaft ab Jänner 2006 könnten stark USA-affine Ablösen in den Staatsführungen von Deutschland (Merkel statt Schröder), Frankreich (Sarkozy statt Chirac) und England (Brown statt Blair) stattfinden. Ferrero: "Es wäre sicher so, wenn diese Konstellationen kämen, dass man noch enger mit den Amerikanern zusammenarbeitet. Was auch richtig und gut so wäre. Denn nur gemeinsam können wir die Welt-Probleme lösen, siehe Nahost-Konflikt, siehe Irakfrage oder das Terrorproblem."
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