Österreichische Lohnnebenkosten sinken: Belastung der Löhne & Gehälter weiter hoch
- Gesamte Arbeitskosten: Österreich im Mittelfeld
Die Lohnnebenkosten in der heimischen Industrie sind - wenigstens relativ - im Sinken. Im vergangenen Jahr haben sie 84 Prozent der ausgezahlten Bruttogehälter ausgemacht, 2003 hat sich dieser Anteil noch auf 86 Prozent belaufen. Anfang der Neunzigerjahre hatten österreichischen Arbeitgeber pro hundert Schilling ausgezahlter Gage zusätzliche 90 Schilling an Lohnnebenkosten berappt.
Trotzdem ist die Zusatzbelastung der österreichischen Industriearbeit noch immer recht hoch - relativ gesehen sogar höher als in Westdeutschland, wo der Anteil an den Bruttoeinkommen aktuell "nur" 79 Prozent ausmacht. Die (west)deutschen Arbeitnehmer in der Industrie verdienen aber auch um 30 Prozent mehr als die Österreicher.
Absolut gesehen hat Westdeutschland daher mit 12,15 Euro pro Stunde aber die höchsten Nebenkosten. Relativ gesehen sind bei der Belastung des Faktors Arbeit durch Zusatzkosten Italien und Frankreich am teuersten (95 bzw. 93 Prozent Anteil am Bruttoeinkommen).
Besonders niedrig fallen mit 34 Prozent die Nebenkosten in Dänemark, dem weltweit teuersten Industriestandort, aus. Der Grund: Wesentliche Teile des Sozialsystems, die anderswo über Abgaben auf die Arbeit eingehoben werden, werden in Dänemark über die Steuern finanziert.
Bei den gesamten Arbeitskosten liegt Österreich auch im neuesten IW-Ranking - die Studie wird jährlich veröffentlicht - im Mittelfeld. Einen Industrie-Arbeitgeber kostet hier zu Lande die Arbeitsstunde im Schnitt 21,50 Euro - deutlich weniger als in Westdeutschland (27,60 Euro) und der Schweiz (25,31 Euro), aber klar mehr als in Italien (17,24) und - noch immer - Ostdeutschland (17,15).
Die Arbeitskosten in den östlichen Nachbarländern sind in den vergangenen Jahren großteils zwar deutlich gestiegen, belaufen sich aber nach wie vor nur auf einen Bruchteil der österreichischen: In Tschechien kostet eine Arbeitsstunde in der Industrie unter dem Strich 4,49 Euro, in der Slowakei 3,61 Euro und in Polen 3,29 Euro.
(apa)

