ÖGB weiter kritisch zu Kombilohn-Vorschlag: "Das ist eine Beihilfe für die Arbeitgeber"
- "Nicht von wahren Arbeitsmarkt-Problemen ablenken"
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Der ÖGB hat am Freitag seine Kritik am von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) vorgestellten Kombilohn-Modell bekräftigt. "Das von Minister Bartenstein vorgestellte Modell einer Niedriglohnförderung dient ausschließlich dazu, von den wahren Problemen auf dem Arbeitsmarkt abzulenken, da damit eine durchgehende Verbesserung der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt nicht zu erwarten ist", erklärt der Leitende Sekretär im ÖGB, Richard Leutner, in einer Aussendung.
"Es ist nicht einzusehen, dass Arbeitgeber für von ihnen angebotene Stellen, die sie wegen zu niedriger Entlohnung nicht besetzen können, auch noch aus öffentlichen Kassen eine Beihilfe bekommen", kritisiert Leutner. Wenn es dem Arbeitsmarktservice (AMS) gelinge, solche Stellen zu besetzen, sei das Problem des Unternehmens ohnehin gelöst. Das vorgestellte Modell könne jedenfalls nur dann akzeptiert werden, wenn gleichzeitig die damit verbundenen "Sozialfallen" für die Betroffenen beseitigt würden.
Besonders problematisch sei, dass diese Regelung auch für Jugendliche gelten solle. Es mache keinen Sinn, Unternehmen für die Beschäftigung von Jugendlichen im Niedrigstlohnbereich zu fördern, während dieselben Unternehmen gleichzeitig immer weniger zukunftsweisende Ausbildungsplätze anböten oder gerade in denselben Wirtschaftsbereichen, für die das Modell der Niedriglohnförderung primär gedacht sei, wie beispielsweise im Handel, junge Menschen nach Abschluss der Lehre verstärkt auf die Straße gesetzt würden.
"Gerade bei der Jugendarbeitslosigkeit zeigt sich, dass die ohnehin knappen Mittel des AMS wesentlich besser und erfolgreicher in Bildung und Ausbildung anstatt in McJobs investiert werden", meint Leutner. (apa)

