Dienstag, 9. August 2005

Neue Rekordmarke: Spritpreise für Super-Benzin steigen erstmals auf über 1,15 Euro

  • Österreicher zahlen um 2 Cent mehr als Rest-Europa
  • Autofahrer-Entlastung durch Finanzminister gefordert

Die Benzinpreise in Österreich haben nach einer weiteren Anhebung am Dienstagabend schon wieder eine neue Rekordmarke erreicht. An den besonders teuren Autobahntankstellen ist der Preis für einen Liter Super-Benzin auf 1,159 Euro und damit erstmals über 1,15 Euro geklettert. Die offiziellen Richtpreise erhöhten sich um 2 Cent auf 1,134 Euro.

Der Dieselrichtpreis blieb unverändert bei 1,054 Euro. Laut ÖAMTC ist aber auch Diesel bei vielen Tankstellen teurer geworden. Der Autofahrerclub übte einmal mehr heftige Kritik an den Mineralölkonzernen. "Mehr Wettbewerb muss her, besonders in den Hochpreisregionen im Westen Österreichs", verlangte der ÖAMTC am Mittwoch.

Die Arbeiterkammer (AK) wertet alleine die österreichischen Richtpreise als Beleg für mangelnden Wettbewerb. "Dass der Wettbewerb ausreichend gut funktioniert, wie zuletzt in der Benzinmarktstudie des Wirtschaftsministeriums behauptet, kann kaum die Rede sein, wenn sich die Großen ständig Preiserhöhungen über die Medien zurufen", kritisierte AK-Präsident Tumpel.

Die Mineralölwirtschaft rechtfertigt die Anhebung einmal mehr mit den internationalen Einkaufspreisen. Die für die Entwicklung heimischer Spritpreise maßgeblichen Rotterdamer Produktnotierungen für Treibstoffprodukte bewegten sich "weiterhin auf sehr hohem Niveau", hieß es am Dienstagabend.

Die internationalen Ölpreise waren Anfang der Woche kurzfristig auf eine neue Rekordmarke von über 64 Dollar je Fass gestiegen. In London, wo am Montag erstmals die 63 Dollar-Grenze überschritten wurde, notierte die Nordseerohölsorte Brent am Mittwoch-Mittag bei 62,69 Dollar je Fass - 71 Cent über dem Vortagesschlusskurs und damit weiterhin auf hohem Niveau. (apa)

9.8.2005 18:51