Montag, 8. August 2005

Neuer Player am Fastfood-Markt: Deutscher
Ex-Großbäcker Kamps kauft "Nordsee"

  • Zukunft der rund 6.000 Nordsee-Mitarbeiter unklar

Der ehemalige deutsche Großbäcker Heiner Kamps übernimmt nach einem Bericht des "Handelsblatts" die deutsche Schnellrestaurantkette "Nordsee". Wie die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, sind die Verträge am Montag in London unterzeichnet worden. Verkäufer sei die international tätige Kapitalbeteiligungsgesellschaft Apax Partners, die das Bremerhavener Unternehmen 1997 von Unilever erworben hatte.

Offiziell wollten sich weder Apax noch Heiner Kamps Düsseldorfer Investmentgesellschaft BHVG zum Verkauf äußern. Unklar ist noch, ob es in den derzeit 420 Nordsee-Filialen zum Arbeitsplatzabbau kommen wird. Derzeit beschäftigt die Kette rund 6.000 Mitarbeiter. "Uns sind noch keine Einzelheiten mitgeteilt worden", sagte Betriebsratschef Wolfgang Richter dem "Handelsblatt".

Die fünftgrößte Imbisskette Deutschlands hatte in den vergangenen Jahren kontinuierlich Umsatz eingebüßt. Zuletzt gingen die Nettoerlöse von 297 Mio. auf 292 Mio. Euro zurück.

In Österreich ist die 1896 als "Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft" gegründete Nordsee bereits seit 1899 vertreten. Mittlerweile gibt es rund 45 Standorte in allen Bundesländern.

Aus dem Verkauf der Kamps AG, des größten deutschen Backunternehmens, an den italienischen Nudelhersteller Barilla soll der gelernte Bäckermeister und graduierte Betriebswirt Heiner Kamps laut "Handelsblatt" vor zwei Jahren einen Erlös von 60 Mio. Euro erzielt haben. Mit diesem Kapital versuchte er bereits im vergangenen Herbst vergeblich, die Raststättenkette Tank und Rast zu übernehmen. (apa)

8.8.2005 17:22