Donnerstag, 11. August 2005

Krankl setzt vs. Schottland auf Neulinge: Gercaliu, Säumel & Kuljic erstmals im Team!

  • Vastic, Schopp & Stranzl sind für Teamchef Fixgrößen
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Österreichs Fußball-Teamchef Hans Krankl lässt bei der Generalprobe für die entscheidenden WM-Qualifikationspartien am kommenden Mittwoch (20:30 Uhr) in Graz im Freundschaftsspiel gegen Schottland drei Spieler erstmals Teamluft schnuppern. Jürgen Säumel, Ronald Gercaliu (beide Sturm) und Sanel Kuljic (Ried) stehen vor ihrem Debüt und könnten sich dabei für die entscheidenden Partien Anfang September in Polen und Aserbaidschan aufdrängen.

"Gercaliu und Säumel sind zwei junge Spieler, die seit einiger Zeit bei Sturm gute Leistungen bringen und jetzt verdienterweise ihre Chance bekommen", begründete Krankl seine Entscheidung. "Kuljic war Schützenkönig in der Ersten Liga und war auch zuletzt vor allem gegen Salzburg stark. Wir werden ihn ausprobieren", kündigte der ehemalige "Goleador" an.

Neben Kuljic scheinen im Angriff noch Christian Mayrleb, Ivica Vastic und Rückkehrer Muhammet Akagündüz, der zuletzt bei Rapid aufzeigte, im Kader auf. Roland Kollmann war wegen einer eben erst auskurierten Verletzung noch kein Thema, Mario Haas wollte zwar aus Japan anreisen, nach Rücksprache mit seinem Coach Ivica Osim verzichtete der Steirer aber auf den kräfteraubenden Trip in die Heimat.

Auf die von Krankl einst als "Sturm-Duo, um das uns Europa beneiden wird" gepriesenen Roman Wallner und Roland Linz verzichtete der Teamchef wegen bisher dürftiger Leistungen beziehungsweise mangelnder Spielpraxis. Als weitere "Problemkinder" nannte der Teamchef vor dem ersten Saisonländerspiel auch Matthias Dollinger, Mario Hieblinger und Markus Kiesenebner, die in ihren Klubs nur sporadisch zum Einsatz kommen.

Sorgen bereitet Krankl auch die aktuelle Situation von Martin Stranzl in Stuttgart, wo der Burgenländer keinen echten Stammplatz hat, dafür aber an verschiedensten Positionen aufgestellt wird. "Ich werde darüber mit Stranzl sprechen, glaube, er ist unglücklich. Er sollte kein Notnagel sein. Trapattoni kenne ich, vielleicht werde ich hinfliegen und mit ihm reden."

Stranzl zählt für den Teamchef ebenso zu den Fix-Größen im Team wie Vastic und Markus Schopp. "Beide sind Klassespieler, die im Team nie versagt haben. Ich halte an meinem Stamm fest", kündigte "Johann K." an.

Doch nicht zum Stamm gehört bekanntlich Steffen Hofmann. "Ich hätte mich gefreut, wenn er gegen Schottland gespielt hätte. Aber das ist kein Problem für uns, wir haben bisher auch ohne ihn gespielt", sagte Krankl, der hofft, dass in dieser Causa "mit der Zeit eine Lösung gefunden wird."

Die Schottland-Partie im Grazer Schwarzenegger-Stadion, für die bis Dienstag Vormittag 8.400 Karten abgesetzt wurden, ist für den Teamchef "eine wichtige Generalprobe im Hinblick auf die WM-Qualifikation."

Das bisher letzte Duell mit den Insel-Kickern hatte am 30. April 2003 in Glasgow mit einem 2:0-Erfolg der Österreicher geendet. "Gegenüber diesem Spiel haben sich die Schotten sicher verbessert, sie sind stärker als noch unter Berti Vogts. Ich habe das 0:2 im März gegen Italien gesehen. Die Italiener haben nur durch zwei Freistöße von Pirlo gewonnen, die Schotten haben ihnen 90 Minuten lang Probleme bereitet", zeigt Krankl Respekt vor den "Bravehearts", die allerdings ohne ihre im Europacup engagierten Spieler kommen. (apa)

11.8.2005 12:53