Enttäuschende WM-Bilanz: Österreichs Leichtathleten laufen den Gegnern hinterher
- Eine Finalteilnahme als Highlight für die ÖLV-Starter
- Schere zwischen EM und WM wird immer größer
·KLICKEN: Medaillen- gewinner aus Helsinki
Alles auf einen Blick: Die 47 Entscheidungen
·LA-WM in Helsinki: Der Medaillenspiegel
So steht es nach allen
47 Entscheidungen
·Weltrekorde und JWBL bei den Herren!
Powells 9,77 sec über
100 m sind taufrisch!
·Weltrekorde und JWBL bei den Damen!
Florence Griffith-Joyners Rekorde halten seit 1988!
"Wir haben keinen Grund, uns auf die Oberschenkel zu klopfen, aber wir haben auch nicht viel mehr erwartet." So lautet die Bilanz von Johann Gloggnitzer, Präsident des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV), nach der Vorstellung des rot-weiß-roten Sextetts bei den X. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki. Günther Weidlinger hatte als einziger ÖLV-Athlet das Finale erreicht, er wurde über 3.000 m Hindernis Zwölfter.
Die weiteren Platzierungen waren Rang 15 für Zehnkämpfer Roland Schwarzl, 18 für 110-m-Hürdensprinter Elmar Lichtenegger, 23 für 200-m-Sprinterin Karin Mayr-Krifka, 29 für Hindernisläufer Martin Pröll und 31 für dessen Disziplinenkollegin Andrea Mayr. "Zwei Finalteilnahmen und ein Top-Zwölf-Platz im Mehrkampf waren unser Ziel. Aber wie immer kann man keine Pauschalkritik austeilen, sondern muss sich die Leistungen im Detail anschauen", betonte ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber.
"Enttäuschungen sind sicher Mayr-Krifka und Pröll, aber das sagen sie ja auch selbst. Karin hat heuer ihre Trainingsleistungen nie in den Wettkämpfen umsetzen können, Martin hatte eine starke Saison und keine Erklärung für die WM-Leistung", sagte Gruber. Mit Schwarzl sei er nicht so unzufrieden. "Er war nicht ganz gesund, er ist hier durch ein Wellental gegangen. 100 m, Diskus, Hürden und Stabhochsprung waren okay, im Weitsprung, Hochsprung und Speerwerfen war er extrem schwach."
Multitalent Mayr läuft am Scheideweg
Ganz schwer zu beurteilen sei die Leistung von Andrea Mayr: "Zum einen hat sie sich nach der Berglauf-EM, was ihr Saisonziel war (Gold am Großglockner/Anm.), nicht richtig erholt, zum anderen ist sie noch nie im Pulk in einem so hohen Tempo gelaufen. Und wahrscheinlich war das Limit auch um eine Spur zu leicht."
Er glaubt, dass sich das Multitalent (sie macht auch Duathlon) in Zukunft wird entscheiden müssen. "Ich denke, sie wird sich nächstes Jahr auf die Hindernis konzentrieren, bei der EM in Göteborg hat sie ja auch Chancen, ins Finale zu kommen. Sie hat eine sehr gute Technik, im Laufen fehlen ihr noch die taktischen Varianten."
Weidlinger und Lichtenegger können zufrieden sein
Zufriedenstellend waren die Leistungen von Weidlinger und Lichtenegger: "Günther ist ins Finale gekommen. In Sevilla 1999 war er da zwar Neunter geworden und jetzt Zwölfter, aber damals waren drei Kenianer im Finale dabei, jetzt sechs, wenn man die Läufer, die nach Katar und Bahrain gingen, dazu zählt. Und bei Elmar war von der Entry List her nicht mehr als das Semifinale drinnen."
Für Gruber ist klar: "Die Schere zwischen Welt- und Europameisterschaften geht immer weiter auseinander, vor allem in den Laufbewerben, die unsere sind. Bei Europameisterschaften werden wir wohl auch weiter vorne mitmischen. Für uns und viele Nationen ist bei Weltmeisterschaften ein Top-Zwölf-Platz das höchste der Gefühle."
Im März hatten bei den Hallen-Europameisterschaften in Madrid ein Mal Silber durch Mayr-Krifka über 200 m sowie zwei Mal Bronze durch Siebenkämpfer Roland Schwarzl und 3.000-m-Läuferin Susanne Pumper für Österreich herausgeschaut. (apa/red)
