Heimpublikum enttäuscht: Speerwerfer Pitkämäki erfüllte als 4. Erwartungen nicht
- Weitsprung-Gold ging überraschend an Madison
·Calatayud & Jackson erstmals Weltmeister
Über 800 m der Frauen und 400 m Hürden Herren
·9,88: Gatlin holt auch den 100 m-WM-Titel!
Siebenkampf an Klüft, WR im 20 km Gehen
·Finnische Präsidentin
eröffnete Wettkämpfe
BILDER: Schwarzl trug die Fahne für Österreich
·3.000m Hindernis: Weidlinger nur 12.
Sieg geht in 8:13,31 Min. an Saif Saaeed Shaheen
·Die ÖLV-Starter bei der WM in Helsinki
Von Karin Mayr-Krifka bis zu Roland Schwarzl
Die Hoffnungen von einem Großteil der 40.000 Besucher des Olympiastadions in der finnischen Hauptstadt auf eine Goldmedaille durch den Speerwerfer Tero Pitkämäki haben sich am Mittwochabend nicht erfüllt. Der 22-Jährige aus Nurmo ging als Vierter sogar leer aus. Gold im eingebrochenen Winter von Helsinki holte sich der Este Andrus Värnik mit 87,17 Metern, Silber ging an den norwegischen Olympiasieger Andreas Thorkildsen (86,18), Bronze an den russischen WM-Titelverteidiger Sergej Makarow (83,54). Pitkämäki schaffte im besten Wurf lediglich 81,27 m.
Das Publikum im ausverkauften Stadion blieb trotz Riesenenttäuschung sensationell fair, Tränen mögen aber reichlich geflossen sein, denn die Erwartungen an Pitkämäki waren groß. Der große Sieger, der 27-jährige Värnik, war 2004 in Athen Olympiasechster und 2003 bei der WM in St. Denis Silbermedaillengewinner.
Eine Riesenüberraschung gab es im Weitsprung der Frauen. In Abwesenheit der Russin Irina Simagina (Olympia-Silber 2004 und Jahresweltbeste 2005) triumphierte das erst 19-jährige US-Girl Tianna Madison. Mit 6,89 m übertrag sie ihre bisherige Bestleistung um sechs Zentimeter (6,83/Qualifikation in Helsinki), sie verwies die Topfavoritinnen Tatjana Kotowa aus Russland (6,79) und Eunice Barber aus Frankreich (6,76) auf die weiteren Medaillenränge.
"Das fühlt sich großartig an. Ich hatte überhaupt keinen Druck, deshalb war es so leicht, sich auf diesen Wettkampf zu konzentrieren. Der Wind und der Regen haben nichts ausgemacht, denn das war für alle gleich. Ich bin noch jung, das einzige Limit für mich ist in Zukunft der Himmel." Kotowa war bitter enttäuscht: "Ich habe bis zum Ende gekämpft und gefroren. Ich wünschte mir da draußen, ein Flasche Wodka zu haben, um mich zu wärmen."
Durch den Regen und Wind bahnte sich Olympiasiegerin Tonique Williams Darling von den Bahamas in 49,55 Sekunden einen Weg zur Goldmedaille über 400 m. Auf Platz zwei kam die US-Amerikanerin Sanya Richards (49,74), auf Position drei landete Titelverteidigerin Ana Guevara aus Mexiko (49,81). "Ich bin sehr, sehr glücklich. Solche Siege hast du nicht oft. Ich habe versucht, da draußen nicht panisch zu werden und mein eigenen Rennen zu laufen", sagte Williams Darling.
Über die 1.500 landete Rashid Mohamed Ramzi einen Favoritensieg. Der 25-jährige gebürtige Marokkaner, der Ende 2001 einen Nationenwechsel nach Bahrain vollzog, setzte sich in Abwesenheit von Olympiasieger Hicham El Guerrouj in 3:37,88 Minuten vor seinem früheren Landsmann Adil Kaouch (3:38,00) und dem Portugiesen Rui Silva (3:38,02) durch. (apa/red)
