Kraetschmer zieht Bilanz: Austria-Manager sieht in Spaßfaktor Mosaikstein des Erfolges
- 33-Jähriger zufrieden: "Alle ziehen an einem Strang"
- Polster-Nachfolger über Stronach, Red Bull und TV
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Markus Kraetschmer, seit 1. November 1997 in violetten Fußball-Diensten und seit 1. Juni 2005 von Mäzen Frank Stronach als oberster Klubmanager des FK Austria Magna eingesetzt, zieht nach rund zehnwöchiger Amtszeit als Nachfolger von Toni Polster eine erste persönliche Zwischenbilanz. "Nach dem schwierigen Frühjahr mit dem Konflikt Polster - Kronsteiner macht es jetzt wieder Spaß", sagte der 33-jährige Wiener am Donnerstag in der Slowakei.
APA: Sie sind jetzt rund zehn Wochen Klubmanager der Austria, wie fällt das erste persönliche Resümee der Arbeit aus?
Kraetschmer: "Es macht wieder extrem viel Spaß und ich habe das Gefühl, allen Mitarbeitern geht es es so wie mir. Ich habe bis hinunter zum Zeugwart einen hohen Motivationsfaktor festgestellt. Besonders freut mich die perfekte Zusammenarbeit mit Sportchef Peter Stöger und seinem gesamten Trainerstab. Alle ziehen an einem Strang, erledigen ihre Aufgaben zu 100 Prozent."
APA: Austria hat den eigenen, schon 15 Jahre währenden Saison-Start-Rekord mit vier Siegen in fünf Spielen eingestellt, was ist der Grund dafür?
Kraetschmer: "Die ersten Wochen waren hart. Wir hatten den Kader aber relativ schnell beisammen und auch die jungen Spieler gut integriert. Durch den Einstieg von Red Bull hat sich alles mehr auf Salzburg konzentriert, wir hatten Ruhe, und so ist auch eine positive Stimmung entstanden. Die Teamarbeit steht jetzt bei uns im Vordergrund."
APA: Das 1:3 zuletzt gegen Rapid hat die Tabellenführung gekostet, hat diese erste Niederlage intern Sand ins Getriebe gebracht?
Kraetschmer: "Wir lassen uns dadurch überhaupt nicht aus der Ruhe bringen. Es war eine tolles Spiel, natürlich wird eine Niederlage intern diskutiert, aber wir sein weit davon entfernt, uns dadurch nervös machen zu lassen."
APA: Stichwort Red Bull: Wie sehen Sie den Einstieg dieses Weltkonzerns in den heimischen Fußball?
Kraetschmer: "Auf alle Fälle sehr positiv, es wertet unser Produkt Fußball unheimlich auf. Und sportlich ist eine starke Liga sehr zu begrüßen. Von Woche zu Woche gefordert zu werden, hebt das allgemeine Niveau. Das bringt allen etwas."
APA: Frank Stronach war zu Saison-Beginn da, hat einige Spiele gesehen, und ist nun wieder nach Kanada geflogen. War er mit dem von seinen Violetten Gebotenen zufrieden?
Kraetschmer: "Er ist sogar sehr zufrieden. Der zweite Tabellenplatz hinter den punktegleichen Rapidlern und die Führung der Amateure freuen ihn ebenso, wie die aktuelle Platzierung in der Klub-Weltrangliste. Aber auch die Harmonie und die Freude, wie alle bei der Sache sind, imponieren ihm."
APA: Wie funktioniert die von ihm akzeptierte "Spielregel", wonach er sich aus dem Tagesgeschäft des Vereins heraushalten soll?
Kraetschmer: "Die Geschäftsordnung ermöglicht einen höchst reibungslosen Ablauf. Wir kommunizieren offen, geben ihm alle Infos. Wir bereiten mit unserem modernen Management alles vor, die Entscheidungen müssen von Frank nur noch abgesegnet werden. Es wird nicht mehr viel um den Brei herumgeredet, sondern Themen konstruktiv und treffend angegangen."
APA: Mit Toni Polster hat Austria ein Zugpferd verloren, sein Konzept für den VIP-Club und Business-Bereich wird aber fortgesetzt. Wie läuft's da?
Kraetschmer: "Wir sind auf gutem Weg, es entstehen neue Einnahmequellen. Die Logen sind zu 90 Prozent ausgelastet, die Abos stiegen um 15 Prozent, die Heimspiele werden im Schnitt von 8.000 Leuten besucht, der Merchandising-Umsatz stieg um 70 Prozent, und der Kinder-Klub Violette Löwen hat 100 Prozent Zuwachs."
APA: Nicht zufrieden sind Sie derzeit nur mit den TV-Übertragungen von der Red Zac-Liga, was stört Sie daran so sehr?
Kraetschmer: "Es gibt einen Fernseh-Vertrag, der eine 25-Minuten-Sendung um 23 Uhr auf ATV+ vorsieht. Das wird derzeit aber leider nicht umgesetzt, wir wollen eine attraktive Sendezeit gewährleistet sehen. Sonst gibt es in der Zusammenarbeit mit der TV-Anstalt nichts zu bemängeln."
(apa/red)
