Donnerstag, 11. August 2005

Linz will Austria verlassen: Trainer Stöger schenkt 24-Jährigem weiterhin Vertrauen!

  • Kraetschmer: "Spieler hat Vertrag & kostet Ablöse"
  • Szabolcs Safar bis auf weiteres die Nummer eins

Roland Linz, der einst aus Leoben auszog, um die Fußball-Welt zu erobern, und die Stationen Austria, Admira, Sturm und Nizza hinter sich hat, möchte Austria Magna neuerlich verlassen. Er sieht das violette Rotationsprinzip im Hinblick auf die EM 2008 als Gefahr für seine Teamkarriere. "Wir respektieren das, können seine Unzufriedenheit aber nicht ganz nachvollziehen", sagte am Donnerstag Austria-Sportdirektor Peter Stöger.

Vor dem UEFA-Cup-Hinspiel gegen den slowakischen Vizemeister MSK Zilina könnte eine vorzeitige Trennung so aussehen: Der Stürmer muss einen Verein bringen und der Cupsieger gleichzeitig bis 31. August (Transferschluss) einen adäquaten Ersatz finden. "Erst dann können wir darüber reden", meinte Stöger, und Klubmanager Markus Kraetschmer fügte hinzu: "Linz hat mit uns noch einen Vertrag bis 2006, kostet also Ablöse."

Nach dem Wiener Derby hat es Gespräche zwischen Stöger, Kraetschmer und Linz gegeben. Dabei hat der Arbeitgeber seinem Angestellten erklärt, dass er ihn brauche und auf ihn baue. "Für mich hat sich nichts geändert, er hat von unserer Seite das volle Vertrauen, und ich sehe, dass er für die Austria weiterhin 100 Prozent gibt", erklärte Stöger, der den Angreifer in den bisherigen fünf Saison-Liga-Spielen vier Mal (insgesamt 219 Minuten) eingesetzt hat.

Kraetschmer bezeichnet Linz, der am Dienstag seinen 24. Geburtstag feierte, als vollwertigen Kaderspieler. "Wenn er aber nicht bei uns bleiben will, werden wir ihn nicht krampfhaft halten." An dem neunfachen ÖFB-Stürmer, er in insgesamt 99 Bundesliga-Spielen bisher 32 Tore (zwei davon in dieser Saison) erzielte, sollen schon Puntigamer Sturm Graz und Vizemeister Liebherr GAK Interesse bekunden haben.

Im Gegensatz zu Linz hat derzeit Szabolcs Safar ein fixes Leiberl. Der Tormann war am Donnerstag die Nummer eins und wird sie auch am Sonntag im Heimspiel gegen Sturm Graz sein. Gegen die Steirer sitzt Joey Didulica seine nach dem letzten Liga-Derby der Saison 2004/05 ausgefasste lange Sperre ab. Und was ist danach? "Darüber entscheidet der Schaffi (Safar) mit seinen Leistungen", so Stöger.

Tatsache ist, dass sich der Österreicher mit ungarischen Wurzeln keinen groben Fehler geleistet hat und die Wiener mit ihm u.a. auch den ÖFB-Cup geholt haben. Stöger weiß andererseits aber auch die Qualitäten des Kroaten zu schätzen. "Es wäre herrlich, hätte ich kein anderes Problem außer zwei gute Torhüter", sagt Stöger.

Unabhängig von der Linz-Zukunft, nach dem leihweisen Abgang des Nigerianers Tosin Dosunmu zu GB Antwerpen hat der aktuelle Tabellenzweite von den Amateuren Joachim Parapatits in den Kader der Kampfmannschaft heraufgezogen. Der Stürmer habe sich seine "Beförderung" erarbeitet und redlich verdient, heißt es. Wenn es um Nachbesetzungen gehe, seien die eigenen Amateure stets die erste Adresse. (apa/red)

11.8.2005 11:01