Johannes Hahn im Porträt: ÖVP bei erstem Antreten von "Gio" im leichten Aufwind!
- Neo-Landesparteichef erreichte bei Wahl Platz zwei

Johannes Hahn hat seine erste Gemeinderatswahl als Wiener ÖVP-Obmann geschlagen. Er schaffte Stimmenzuwächse und eroberte für die ÖVP den Platz zwei - allerdings mit einem Riesen-Abstand zur SPÖ. Beim angestrebten "modernen, urbanen Publikum" scheint Hahn jedenfalls besser angekommen zu sein als seine Vorgänger.
Um diese von den Wahlstrategen aller Parteien umworbene Klientel zu gewinnen, hat der 47-Jährige mit dem Spitznamen "Gio" im vergangenen Jahr sogar einen Autobus gechartert, der unter dem Label "Gio's Nightline" Nachtschwärmer kostenlos durch die Innergürtel-Bezirke kutschiert. Im Sommer setzte er sich dafür ein, den Donaukanal als Freizeitoase besser zu nützen. Das Ergebnis der Bemühungen nannte sich "Sommerstrand" - der allerdings unter dem schlechten Wetter und der Konkurrenz durch zwei andere Strandbetreiber litt.
Personell konnte Hahn teilweise eine Verjüngung der ÖVP durchsetzen. So wurde etwa der langjährige Gemeinderat und Ex-Klubobmann Johannes Prochaska (61), der seit Jahren als Aushängeschild der Konservativen in der Partei galt, zum Rückzug von seiner Kandidatur bewegt werden. Andererseits hievte er mit Ursula Stenzel (60) und dem Journalisten Franz Ferdinand Wolf (58) zwei Personen auf seine Listen, die nicht unbedingt für ein Sinken des Altersschnittes gesorgt haben.
Hahn startete seine politische Laufbahn bereits in den siebziger Jahren: 1976 bis 1979 war Hahn Bezirksobmann der Jungen ÖVP in Mariahilf, von 1978 bis 1985 Mitglied der Wiener Landesparteileitung. Zwischen 1980 und 1985 fungierte er überdies als Landesobmann der Jungen ÖVP Wien. 1992 wurde er Landesgeschäftsführer der Partei und blieb bis 1997 in dieser Funktion.
1996 zog er in den Wiener Landtag und Gemeinderat ein. Als größter Erfolg vor der Ernennung zum Parteiobmann galt Hahns Wechsel von der Abgeordnetenbank auf den Posten eines nicht amtsführenden Stadtrates im Dezember 2003.
Die berufliche Karriere hatte Hahn im Oktober 1982 begonnen, als er bis November 1983 in der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft tätig und von Dezember 1983 bis August 1985 persönlicher Sekretär von ÖVP-Generalsekretär Michael Graff wurde. Es folgte unter anderem die Position des Bundesgeschäftsführers des Wirtschaftsforums der Führungskräfte. Bis dato letztes Engagement war die Stelle des Vorstandsvorsitzenden in der Novomatic AG, die er mit dem Wechsel auf den Stadtrats-Posten aufgab.
Geboren wurde Hahn am 2. Dezember 1957 in Wien. Nach seiner Matura im Jahr 1976 begann er zunächst das Jus-Studium in seiner Heimatstadt, schwenkte dann jedoch auf Philosophie um. Der Titel seiner 1987 eingereichten Dissertation: "Perspektiven der Philosophie heute - dargestellt am Phänomen Stadt". Hahn ist verheiratet und Vater eines Sohns. (apa)
