Montag, 8. August 2005

Terror-Anschläge in London: Drei der mutmaßlichen Bombenleger vor Gericht

  • USA will die Auslieferung eines Festgenommenen
  • PLUS: Hasspredigern drohen Landesverrats-Klagen

Drei Hauptverdächtige der fehlgeschlagenen Anschläge vom 21. Juli in London sind unter strengen Sicherheitsvorkehrungen einem Richter vorgeführt worden. Das Gericht entschied, dass Ibrahim Muktar Said, Ramzi Mohammed und Yassin Hassan Omar bis 14. November in Gewahrsam bleiben. Die britische Polizei hatte die mutmaßlichen Bombenleger am Wochenende formell beschuldigt. Den Männern wird unter anderem versuchter Mord und der Besitz von Sprengstoff vorgeworfen. Mehrere weitere Verdächtige sollten ebenfalls vor Gericht erscheinen.

Unterdessen wurde der in Sambia festgenommene Terrorverdächtige Haroon Rashid Aswat nach Großbritannien geflogen, wo er festgenommen wurde. Wie die britische Polizei mitteilte, erfolgte die Festnahme auf Ersuchen der USA. Diese hätten die Auslieferung Aswats beantragt, weil er im US-Staat Oregon ein Ausbildungslager für Terroristen aufgebaut habe. Aus Sambia hatte es zuvor geheißen, Aswat habe kurz vor den tödlichen Terroranschlägen in London am 7. Juli mit den Selbstmordattentätern telefoniert. Auch er sollte am Montag in London vor Gericht erscheinen.

Omar wurde als erster der drei mutmaßlichen Urheber der fehlgeschlagenen Anschläge am 26. Juli in Birmingham festgenommen, Said und Mohammed drei Tage später in London. Im Fall einer Verurteilung droht ihnen lebenslange Haft. Ein vierter Verdächtiger, Hamdi Issac, wurde in Rom gefasst, die britischen Behörden haben seine Auslieferung beantragt.

Schwere Bewachung
Ein weiterer Verdächtiger sollte am Montag im Zusammenhang mit dem Fund eines mit einer Bombe bestückten Rucksacks vom 23. Juli vor Gericht erscheinen. Die Polizei beschuldigte Manfo Kwaku Asiedu formell der Verschwörung zum Mord und des geplanten Herbeiführens einer Explosion. Drei weitere Männer, die ebenfalls vor Gericht erwartet wurden, sollen anderen Personen geholfen haben, sich der Festnahme zu entziehen.

Das Gericht im Südosten Londons in der Nähe des Hochsicherheitsgefängnisses Belmarsh, vor dem die Verdächtigen erschienen, wurde schwer bewacht. Bewaffnete Polizisten waren am Eingang postiert, ein Hubschrauber kreiste in der Luft. (apa/red)

8.8.2005 13:03