Mittwoch, 10. August 2005

Eröffnung des Weltjugendtags in Köln: Zum Auftakt schon 400.000 Pilger eingetroffen

  • Katholiken-Treffen startete mit drei großen Messen
  • PLUS: Alle Informationen & Bilder aus Deutschland

Der 20. katholische Weltjugendtag hat begonnen. Rund 200.000 Pilger versammelten sich am Dienstag bei drei großen Gottesdiensten in den Fußballstadien von Köln und Düsseldorf sowie im Bonner Hofgarten. Der Weltjugendtag steht unter dem Motto "Wir sind gekommen, um IHN anzubeten". "Ich begrüße euch in herzlicher Freude", sagte der Kölner Kardinal Joachim Meisner. Insgesamt haben sich bereits mehr als 400.000 Pilger aus 197 Ländern für das sechstägige Treffen angemeldet.

Höhepunkt des Weltjugendtages wird der Besuch von Papst Benedikt XVI. von Donnerstag an in Köln sein. Das Kirchenoberhaupt wird am Sonntag eine Messe auf dem Marienfeld nahe Köln halten, zu der 800.000 Gläubige erwartet werden.

Der deutsche Bundespräsident Köhler hieß die Gäste des Weltjugendtags in Deutschland willkommen. "Sie sind es, um die es hier geht. Herzlich Willkommen - welcome to Germany", sagte Köhler laut seinem im Voraus veröffentlichten Redemanuskript bei der Eröffnungszeremonie am Dienstag im Kölner RheinEnergieStadion.

Zum Auftakt der bis Sonntag dauernden Großveranstaltung rief Köhler die Teilnehmer zum gemeinsamen Einsatz für mehr Gerechtigkeit in der Welt auf. "Nur gemeinsam können wir in unserer einen Welt Frieden schaffen und wahren, für Gerechtigkeit sorgen und unsere Umwelt schützen."

"Wie die Heiligen Drei Könige haben Sie sich auf den Weg gemacht. So zahlreich, dass dieses Stadion hier in Köln viel zu klein für Sie alle ist", rief er demnach den jungen Gläubigen zu. "Auf den Weltjugendtagen rücken junge Menschen verschiedenster Nationen enger zusammen und knüpfen Kontakte", sagte Köhler. "Es entsteht ein Netz, das sich um die gesamte Erde spannt, wenn sie wieder in ihre Heimatländer zurückfahren."

3.500 Jugendliche aus Österreich dabei
Die Länder-Rangliste führt nicht Austragungsland Deutschland mit 83.929 Teilnehmern, sondern Italien mit 101.174 angemeldeten Pilgern an, wie die Organisatoren bereits am Montag mitteilten. Aus Österreich nehmen rund 3.500 Jugendliche am WJT teil. Die erste Nacht haben viel junge Katholiken in Turnhallen, Zelten und Privatquartieren verbracht. Sie waren größtenteils mit Bussen und Sonderzügen beispielsweise aus Lourdes, Genua, Bordeaux und München angereist.

Am Dienstag in der Früh kam auch das Weltjugendtagskreuz in Köln an, das der verstorbene Papst Johannes Paul II. 1984 der Jugend übergeben hatte und das seit mehr als einem Jahr 100.000 Kilometer durch Deutschland "gepilgert" ist. Jugendliche hatten das Kreuz auf einer nächtlichen Wanderung nach Köln getragen. Von dort wurde es bis zum Mittag durch die Innenstadt ins Köln-Müngersdorfer "RheinEnergieStadion" gebracht.

"Österreich-Cafe" eröffnet
Der österreichische Jugendbischof Franz Lackner eröffnete am Dienstagvormittag das "Österreich-Cafe" beim Kölner Weltjugendtag. Es befindet sich nicht in der Domstadt selbst, sondern rund 35 Kilometer Rhein-abwärts in der Dreifaltigkeitspfarre in Düsseldorf. Es ist vom 16. bis 19. August geöffnet.

"Der Weltjugendtag soll zeigen, dass der Glaube in unserer Gesellschaft einen lebenswichtigen Platz hat", sagte Meisner bei der Eröffnungs-Pressekonferenz. Heute werde eine "große Vision des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. Wirklichkeit". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, sagte vor den Journalisten, das Treffen verdeutliche, dass die katholische Kirche eine Weltkirche sei: "Wir dürfen uns nicht in die Nischen zurückziehen. Wir müssen ein umfassendes öffentliches Zeugnis abgeben."

"Bravo" druckt Mega-Poster von Benedikt XVI.
Der Papst als Popstar: Zum Kölner Weltjugendtag veröffentlicht die Jugendzeitschrift "Bravo" ein Mega-Poster von Benedikt XVI. Für das wegen seines offenen Umgangs mit Fragen der Sexualität bekannte Heft ist es das erste Mal, dass es sich in seiner fast 50-jährigen Geschichte dem Papst widmet, teilte die Bauer Verlagsgruppe am Dienstag in München mit.

"Bravo"-Chefredakteur Tom Junkersdorf begründete die Aktion damit, dass für viele Jugendliche in Deutschland der neue Papst ein Star sei. Das Blatt lässt außerdem den Komiker Otto Waalkes zu Wort kommen, um sich zu Papst und Kirche zu äußern. Auch dessen Kollege Oliver Pocher, der als Mitglied der Zeugen Jehovas aufwuchs, darf sich zum Thema Religion auslassen. (apa/red)

10.8.2005 15:36