Wieder blutige Kämpfe in Nepal: Maoisten-Angriff kostet 66 Menschen das Leben
- Rebellen haben Soldaten hingerichtet, verstümmelt
Beim schwersten Angriff maoistischer Rebellen auf die Armee in Nepal seit der Machtübernahme durch König Gyanendra im Februar sind mindestens 66 Menschen getötet worden. Das Militär teilte am Dienstag mit, mindestens 40 Soldaten seien bei dem mehr als zehnstündigen Feuergefecht in der Nacht zu Montag im Westen des Landes ums Leben gekommen.
Nach Angaben der Maoisten vom Dienstag starben 26 ihrer Kämpfer und 159 Soldaten. Die Armee warf den Maoisten vor, Soldaten hingerichtet und verstümmelt zu haben.
Die Verluste der Armee gehören zu den schwersten, seit sie im Jahr 2002 in den Konflikt mit den Maoisten eingriff. Die "Himalayan Times" berichtete, das Armeecamp mit rund 200 Soldaten sei von rund 1400 Rebellen angegriffen worden. In einer an Medien verschickten Mitteilung erklärten die Rebellen ihren "Sieg" bei den jüngsten Kämpfen. Es sei gelungen, zahlreiche Waffen, zehntausende Schuss Munition und hunderte Granaten zu erbeuten, hieß es. Mehr als 50 Soldaten seien in "Kriegsgefangenschaft" genommen worden.
Die Armee teilte mit, mehr als 50 Soldaten würden noch vermisst. Nach Ankunft von Verstärkung sei das Kampfgebiet nun wieder unter Kontrolle des Militärs. In dem Camp, von dem aus Soldaten nach Armeeangaben Straßenbauarbeiten im entlegenen Distrikt Kalikot ausführten, waren auch mehr 100 zivile Arbeiter untergebracht. Über ihr Schicksal war zunächst nichts bekannt.
König Gyanendra hatte am 1. Februar die Regierung entlassen und sich selbst zum Machthaber ernannt. Zur Begründung sagte er, die Regierung habe bei der Schaffung von Frieden mit den Maoisten versagt. Der Schritt war international auf scharfe Kritik gestoßen. Die Gewalt hat seitdem zugenommen. Maoistische Rebellen kämpfen seit 1996 für ein kommunistisches Regime in dem Himalaya-Königreich. Der Konflikt kostete bislang mehr als 12 000 Menschen das Leben.
(apa)
