Guantanamo-Häftlinge sollen ausgewiesen werden: USA verhandeln mit 13 Regierungen
- Gefangene sollen in ihre moslemischen Länder zurück
- Reduktion der Gefangenen von derzeit 510 auf 100
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Die USA verhandeln mit 13 Ländern über die Rückführung von Gefangenen aus dem umstrittenen Lager Guantanamo Bay in ihre Heimat. Nach einem Bericht der "Washington Post" vom Dienstag stehen die Gespräche mit den moslemischen Regierungen kurz vor dem Abschluss.
Allerdings verhandele das US-Außenministerium noch mit "einem europäischen Land" über die Aufnahme von 17 Männern, die nicht in ihre Heimat zurückkehren wollten. Mit den Abkommen käme die amerikanische Regierung ihrem Ziel, die Zahl der Gefangenen in dem Lager auf Kuba von etwa 510 auf ungefähr 100 zurückzuführen, einen Schritt näher. In der vergangenen Woche hatten die USA bereits eine Einigung mit der Regierung in Kabul über die Rückführung der afghanischen Gefangenen erzielt.
Meisten Gefangenen aus Saudiarabien, Jemen und Afghanistan
Ähnliche Abkommen soll es auch mit Saudiarabien und dem Jemen geben. Aus diesen drei Ländern kommen die meisten Gefangenen in Guantanamo. Allein 129 der Männer stammen aus Saudi-Arabien, 110 aus Afghanistan.
Zu den Staaten, mit denen jetzt Verhandlungen laufen, gehören dem Bericht zufolge Marokko, Ägypten, Kuwait und Bahrain. Angaben zu dem europäischen Land, mit dem noch verhandelt wird, machte das Blatt nicht. Wie es hieß, geht es um die Aufnahme von mindestens 15 Uiguren aus China, und um zwei Usbeken.
Die Männer hätten eine Rückkehr in ihre Heimat verweigert, weil sie Folter befürchteten. Im vergangenen Jahr hatte Schweden die Aufnahme solcher Guantanamo-Gefangenen abgelehnt.
US-Menschenrechtsgruppen begrüßten unterdessen die US-Pläne für eine drastische Verringerung der Gefangenenzahl in dem Lager. "Es gibt jedoch keine Sicherheit, dass sie in ihrer Heimat, etwa Ägypten und Saudiarabien, nicht gefoltert werden", sagte Tom Malinowski von Human Rights Watch.
(apa)
