Nach Billigung des Terrors: Radikaler Islamisten-Prediger verließ London
- Omar Bakri droht eine Klage wegen Landesverrats
- Organisation des geistlichen Führer wurde verboten
·Terrorverdächtige vor Londoner Gericht
Britische Polizei hat sie nun formell beschuldigt
·Hass-Imamen drohen
Landesverrats-Klagen
Nach London-Terror: Härte gegen Extremisten
·Blair: Hasspredigern das Handwerk legen
Antiterror-Regelung soll Ausweisung ermöglichen
·Al-Kaida droht mit Anschlägen in London
"Werdet euch nie wieder in Sicherheit wiegen"
·Livingstone fordert Rückzug aus dem Irak
Londoner Bürgermeister will Anschläge verhindern
·ALLE BILDER: Der London-Terror!
DURCHKLICKEN: Die
Tage des Schreckens
Der radikalislamische Geistliche Omar Bakri Mohammed hat angesichts einer drohenden Anklage wegen Hochverrats im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von London Großbritannien verlassen. Unterdessen verhörten Scotland Yard-Beamte in Rom einen dort festgenommenen mutmaßlichen Rucksackbomber. In Ägypten wurde ein Biochemiker freigelassen, der verdächtigt worden war, die Bomben für die Selbstmordanschläge vom 7. Juli gebastelt zu haben.
Der 47-Jährige in Syrien geborene Bakri, der bereits am Samstag nach Libanon gereist war, bestritt in einem Interview mit den Rundfunksender BBC am Dienstag, aus Angst vor der britischen Justiz geflohen sein und kündigte seine Rückkehr an. Im Laufe der Woche sollten in London Gespräche darüber beginnen, ob so genannte Hassprediger im Rahmen bestehender Gesetze wegen Hochverrates angeklagt werden könnten.
Bakri ist der Anführer der in Großbritannien agierenden Gruppe Al-Muhajiroun, die nach einer aktuellen Ankündigung von Premierminister Tony Blair verboten werden soll. Er hatte in Großbritannien für Empörung gesorgt, als er öffentlich sagte, er würde als Muslim die Polizei nicht über geplante Anschläge islamischer Extremisten informieren.
Al-Muhajiroun hatte nach dem 11. September 2001 die Attentäter in den USA als die "Großartigen 19" gewürdigt. Die Attentäter der Anschläge von London, bei denen am 7. Juli 52 Menschen getötet und mehr als 700 verletzt worden waren, soll Bakri als "die Fantastischen Vier" gepriesen haben.
Der moslemische Geistliche hatte nach Presseberichten 1985 eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis in Großbritannien erhalten, nachdem er um Asyl ersucht hatte, weil er wegen seiner politischen Umtriebe in Saudi-Arabien des Landes verwiesen worden war.
Unterdessen wurde am Dienstag der am 29. Juli in Italien gefasste mutmaßliche Rucksackbomber von London, Hamdi Adus Issac, in einem römischen Gefängnis von Scotland-Yard-Beamten verhört. Dabei bekräftigte der 27-Jährige, er habe niemanden töten, sondern in der Nähe des U-Bahnhofs Shephard's Bush nur Angst verbreiten wollen. Über seine Auslieferung an Großbritannien, gegen die sich Issac juristisch wehrt, wird ein Gericht am 17. August entscheiden.
In Kairo wurde ein Ägypter freigelassen, der zunächst verdächtigt worden war, in die Londoner Selbstmordanschläge verwickelt zu sein. Gegen den 33 Jahre alten Biochemiker Magdi Al-Najar liege nichts vor, bestätigten Sicherheitskreise am Dienstag in Kairo. Er war nach den Anschlägen in London vom 7. Juli in Kairo festgenommen worden. Einige Medien bezeichneten ihn als "mutmaßlichen Bombenbauer".
(apa)
