Deutschland im Wahlkampf: Merkel sagt TV-Diskussion der Spitzenkandidaten zu!
- Jetzt soll Müntefering statt Schröder teilnehmen
Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel (CDU) hat einem Fernsehstreitgespräch der Spitzenpolitiker der im deutschen Bundestag vertretenen Parteien am 25. August zugestimmt. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sagte auf Anfrage, dass neben Merkel auch der CSU- Vorsitzende Edmund Stoiber, Grünen-Spitzenkandidat Joschka Fischer und FDP-Chef Guido Westerwelle ihre Teilnahme an der "Berliner Runde" bestätigt hätten. Für die SPD wird nicht Bundeskanzler Gerhard Schröder sondern Partei- und Fraktionschef Franz Müntefering kommen.
Merkel war zuvor heftig kritisiert worden, weil sie sich nur zu einem direkten TV-Duell mit dem deutschen Kanzler bereit erklärt hatte. Dieses soll am 4. September stattfinden und von ARD, ZDF, RTL und Pro7/SAT.1 gleichzeitig übertragen werden. Die Bundestagswahl ist für den 18. September geplant. Vor drei Jahren hatte sich der damalige Unions-Kanzlerkandidat Stoiber mit Schröder zwei Mal ein TV-Duell geliefert.
SPD-Sprecher Lars Kühn sagte, der Kanzler habe seiner Herausforderin Merkel zwei Fernsehduelle angeboten. Bekannterweise habe sie aber nur einem zugestimmt. Als Kanzlerkandidaten sind nur Schröder und Merkel von ihren Parteien nominiert worden.
Die Kanzlerkandidatin war am Wochenende dem Drückeberger-Vorwurf im Zusammenhang mit der Anzahl der Fernsehduelle gegen Schröder entgegen getreten. Nachdem von der Union die Absage eines zweiten Fernsehduells mit mangelnder Zeit der Kandidatin begründet wurde, hatte Merkel darauf verwiesen, dass sie "in diesem kurzen Wahlkampf möglichst viele Fernseh-Formate" bestreiten wolle - darunter auch eine Diskussion der Spitzenkandidaten.
Die "Berliner Runde" mit Spitzenpolitikern hatte es auch vor drei Jahren im Bundestagswahlkampf gegeben. Damals hatte allerdings für die SPD nicht Schröder sondern der heutige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement debattiert.
Nach Angaben von Brender soll vor dem Hintergrund der Debatte über mögliche Koalitionen in der Diskussion unter anderem erörtert werden, wer inhaltlich aber auch persönlich zusammen passe. Aber auch Sachfragen würden diskutiert werden. Das ZDF will zusätzlich eine Diskussion mit den Spitzenkandidaten der kleineren Parteien veranstalten. Diese könnte am 1. September stattfinden. Hier hätten Westerwelle und Fischer und als Vertreter des Linksbündnisses der ehemalige SPD-Chef Oskar Lafontaine zugesagt.
Die privaten Hörfunksender wollen unterdessen einen "Radio-Gipfel" zwischen Schröder und Merkel ausstrahlen. Das sagte Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Organisation Radiozentrale, der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag). Man habe den Wahlkampfbüros von Schröder und Merkel ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Nach den derzeitigen Planungen sollten zwei Journalisten an einem Sonntagvormittag die zwei Politiker befragen. (apa)
