Montag, 8. August 2005

Nach Hitzewelle auf iberischer Halbinsel: Schwere Waldbrände in Spanien & Portual

  • Portugal: Pensionist stirbt nach Rauchgasvergiftung
  • Spanien: Hotels, Campingplätze & Häuser evakuiert

Ein Waldbrand hat im Norden Portugals auf ein Dorf übergegriffen. Ein Pensionist wurde getötet. Der 80-Jährige starb an einer Rauchvergiftung, als er sein Haus vor den Flammen schützen wollte. Zwei weitere Bewohner des Dorfes Pielas im Bezirk Vila Real würden vermisst, teilte der Dorfbürgermeister am Montag mit.

Im benachbarten Spanien wurden im Süden des Landes Hotels, Campingplätze und Wohnhäuser wegen mehrerer Waldbrände in einem Naturpark evakuiert. Im dicht bewaldeten Park Sierra de Cazorla in der Provinz Jaen waren bei einem Gewitter drei Brände ausgebrochen. 150 Urlauber sowie die 60 Bewohner des Dorfes Valdemarin wurden nach Angaben der Behörden in Sicherheit gebracht. Sie wurden in einer Schule und einer Turnhalle einquartiert.

In Spanien bekämpften die Löschmannschaften etwa 20 Waldbrände im ganzen Land. Im Norden und im Zentrum des Landes brachten die Löschmannschaften nach sechstägigem Kampf in den Provinzen Leon und Avila zwei Großfeuer unter Kontrolle, die über 5.000 Hektar Wald vernichtet hatten.

In Nordportugal wurden mehrere Dörfer wegen zahlreicher Waldbrände evakuiert. Eine zunächst nicht genannte Zahl von Wohnhäusern ging in Flammen auf. Insgesamt entspannte sich die Lage jedoch. Am Montag bekämpften die Löschmannschaften noch drei größere Brandherde. "Die kritische Phase der jüngsten Serie von Feuersbrünsten ist überwunden", schrieb die Zeitung "Diario de Noticias".

Die Meteorologen sagten für Dienstag ein Ende der Hitzewelle und Schauer voraus. Zuletzt waren die Temperaturen auf bis zu 41 Grad gestiegen. In Portugal und Spanien fielen in diesem Jahr bisher mehr als 170.000 Hektar Wald- und Buschland den Flammen zum Opfer. Dies entspricht etwa der Gesamtfläche von Berlin und Hamburg.

Erfolg für Feuerwehr in Frankreich
In Frankreich gelang es der Feuerwehr, zwei große Brände im Südosten einzudämmen. In Greoux-les-Bains bei Manosque in der Hoch-Provence brachten die Löschmannschaften ein Feuer unter Kontrolle, das etwa 1.700 Hektar eingeäschert und die Evakuierung von drei Campingplätzen erzwungen hatte. 650 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch im nicht weit entfernten Saint-Martin-les-Eaux kamen die Flammen nicht weiter voran, nachdem sie mehr als 420 Hektar in Mitleidenschaft gezogen hatten, teilte die Präfektur mit. (apa/red)

8.8.2005 10:55