"Grundsätzlich betrachte ich niemanden als Gegner": Klasnic steht zu Herberstein
- NEWS bat die Landeshauptfrau zum Interview
- Durch Herberstein gerät W. Klasnic unter Beschuss

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2002 stieg Steiermark als
stiller Gesellschafter ein
In besseren Zeiten verfügte sich Klasnics Kronprinz Hirschmann höchstpersönlich zur allergnädigsten Gräfin, um submissest dienlich zu sein. Subventionen? Selbstverständlich - bitte sehr! Noch mehr Subventionen? Kein Problem - schon bewilligt! Frau Landeshauptmann Waltraud Klasnic steht derzeit voll unter Beschuss der anderen Parteien. Im NEWS-Interview steht sie dennoch zu Herberstein.
NEWS: Frau Landeshauptmann, die "Kleine Zeitung" nennt Sie eine "Pleiten, Pech und Pannen"-Politikerin. Zwei Monate vor der Wahl ist das ein wenig schmeichelhafter Befund.
Klasnic: Er stammt von den politischen Mitbewerbern und ist durch die Wahl erklärbar. Ich lasse mich aber durch solche Querschüsse nicht beirren. Ich fühle mich gut, denn unabhängig von den Eigentumsverhältnissen stehe ich ganz klar zum Projekt Tierpark Herberstein.
NEWS: Faktum ist, dass Sie selbst die Förderungen für Herberstein gestoppt haben. Aus dem Bericht des Landesrechnungshofes geht ganz klar hervor, dass der Tierpark ohne weitere Zuschüsse pleite ist. Das negative Eigenkapital nimmt bereits beängstigende Dimensionen an.
Klasnic: Ich kann Ihre Unterstellung, ich hätte die Förderungen gestoppt und den Tierpark in Insolvenznähe gebracht, nicht so im Raum stehen lassen. Richtig ist, dass ich zwei Monate vor einer Wahl nicht Beschlüsse fassen kann, deren finanzielle Auswirkungen sich über Jahre erstrecken. Aus diesem Grund habe ich das Geschäftsstück im Ausschuss auf die Warteschleife gelegt. Mit ihm mögen sich dann die neue Landesregierung, der neue Landtag befassen. Mit gutem Grund habe ich also den Antrag auf weitere Zahlungen zurückgezogen.
NEWS:Was werfen Sie eigentlich den Herbersteins vor?
Klasnic: Es gibt einen Rohbericht des Landesrechnungshofes, der eigentlich hätte vertraulich bleiben sollen und in dem die Stellungnahmen der OEG nicht eingearbeitet sind. Auch die Kontrollen der einzelnen Fachabteilungen des Landes wurden angesprochen. Medien haben aus diesem Bericht einen Förderungsmissbrauchsskandal gemacht.
NEWS: Geben Sie ein Mitverschulden des Landes - die mangelnde Kontrolle der eingesetzten Fördermittel - zu?
Klasnic: Es geht nicht um eine Schuldfrage, sondern darum, dass es bei diesem Projekt von 1983 bis 2005, also über einen extrem langen Zeitraum, bei gewissen Vorgängen bestimmte eingefahrene Mechanismen gab und gibt.
NEWS: Der Rechnungshof kritisiert Doppelverrechnungen im Rechnungswert von knapp 100.000 Euro. Wie kann so was passieren?
Klasnic: Dazu ist festzustellen, dass von einzelnen Projekten manchmal verschiedene Ressorts betroffen sein können. Es kann also ein Projekt gleichzeitig vom Tourismusressort gefördert werden und vom Naturschutz.
NEWS: Reden wir vom Klima zwischen Ihnen und Andrea Herberstein. ÖVP-Klubobmann Drexler spricht von einer "Partie", als wären die Herbersteins Mafiosi. Und der Herberstein-Anwalt findet ebenfalls wenig freundliche Worte über die ÖVP. Waren Sie mit Herberstein nicht eng befreundet? Auf Bussi-Bussi?
Klasnic: Es gibt grundsätzlich in diesem Land niemanden, den ich als Gegner betrachte. Im Gegenteil: Menschen, die etwas leisten, schätze ich sehr. Und es ist eine Tatsache, dass in Herberstein Großes geleistet wurde. Mit dem Wort Freundschaft bin ich aber sehr vorsichtig. Freundschaft ist für mich ein allzu kostbares Gut. Wenn ich sagen könnte, ich hätte fünf wirkliche Freunde, dann wäre ich schon reich.
NEWS: Mit welchem Gefühl gehen Sie in die kommende Wahl?
Klasnic: Mit innerer Überzeugung. Die Menschen im Land kennen mich. Und sie haben nicht nur aus Kommentaren von mir gehört, sondern sie haben zu mir Vertrauen gefunden. Diese Menschen wissen, dass ich für die Steiermark lebe - und dass ich für dieses Land der Garant für eine große, gute Zukunft bin.
Noch mehr zur Causa Herberstein und das Interview in voller Länge finden Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!
