Freitag, 12. August 2005

Panne mit Abfangjäger in der Steiermark: Beide Triebwerke von F5-Jet ausgefallen!

  • Pilot konnte Maschine im Gleitflug wieder neu starten
  • Bundesheer wird den Vorfall genau untersuchen

Zu einem Zwischenfall mit einem F5-Abfangjäger des Bundesheeres ist es - wie am Freitag bekannt wurde - am Mittwoch gekommen: In einer Höhe von zwölf Kilometern setzten beide Triebwerke des Jets aus. Der Pilot ging in den Gleitflug über und konnte die Triebwerke auf der so genannten Anlasshöhe wieder starten. Laut Bundesheer gab es keine "unmittelbare Gefährdung". Der Vorfall - auf den die Piloten in der Ausbildung auch vorbereitet würden - werde aber genau untersucht.

Das Militärkommando Steiermark bestätigte einen Bericht des ORF Steiermark über den Vorfall im Zuge einer Abfangübung, der sich bereits Mittwochvormittag ereignet hatte. Der von der Schweiz geleaste F5 "Tiger II" war zusammen mit einer anderen Maschine vom Fliegerhorst Graz-Thalerhof gestartet. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Militärkommandos Steiermark im Raum Seetaler Alpe (Bezirk Judenburg) am Randes des Luftkorridors Hohe Tauern. In zwölf Kilometer Höhe hätten bei einer F5 bei der Zündung der Nachbrenner plötzlich beide Triebwerke ausgesetzt. Der Pilot ging daraufhin in den Gleitflug über und versuchte auf einer niedrigeren Höhe, die Motoren erneut zu starten - was ihm auch gelang. Nach 30 Minuten Flugdauer sei der Jet wieder sicher in Thalerhof gelandet.

Seitens des Bundesheeres wird der Zwischenfall als "nicht ernst" eingestuft, da die Piloten in der Ausbildung auf solche Vorkommnisse vorbereitet würden. Es könne in großer Höhe passieren, dass bei Zündung der Nachbrenner das Triebwerk aussetze. Piloten würden die Bewältigung dieses Phänomens üben, indem sie - "zwar nicht laufend, aber hin und wieder" - selbst manchmal die Triebwerke ausschalteten, um die Aggregate dann in geringerer Höhe wieder zu zünden, so ein Heeres-Sprecher.

Innerhalb des Jahres, in dem die von der Schweizer Armee geleasten zwölf F5-Abfangjäger in Österreich geflogen werden, ist noch nie zu einem derartigen Vorfall gekommen. "Auch die Schweizer Kameraden hatten einen derartigen Vorfall noch nie", hieß es. Man werde die Maschine zwar überprüfen, eine komplette Zerlegung in der Fliegerwerft Zeltweg sei jedoch entgegen ersten Meldungen nicht erforderlich, so das Militärkommando. Auf den Flugbetrieb der anderen F5 werden sich aus dem Vorfall keine Auswirkungen ergeben.

Ein Zwischenfall, wenn auch einen technisch völlig anders gelagerten, hatte es schon im April d.J. gegeben: Eine Kartusche beim Schleudersitz eines Jets war falsch montiert, was im Falle eines Notausstiegs tödlich enden hätte können. (apa)

12.8.2005 12:08