Innsbrucks Olympia-Bürgermeister ist tot: Alois Lugger im 94. Lebensjahr verstorben
- Zweimal Olympia in seiner 27-jährigen Amtszeit
Innsbrucks "Olympia-Bürgermeister" Alois Lugger ist im 94. Lebensjahr in einem Sanatorium in der Nähe von Innsbruck verstorben. Der gebürtiger Brixner war das am längsten dienende Stadtoberhaupt in der Geschichte der Tiroler Landeshauptstadt. Österreichweit bekannt wurde er unter anderem durch seine Kandidatur gegen den späteren Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger.
Lugger hatte am 11. Juli im Kreise seiner Familie noch seinen 93. Geburtstag gefeiert. In seine 27-jährige Amtszeit (bis 1983) als Oberhaupt der Tiroler Landeshauptstadt, der längsten in der Geschichte Innsbrucks, fiel unter anderem die Ausrichtung zweier Olympischer Winterspiele in den Jahren 1964 und 1976.
Die Spiele brachten dem Jubilar den Beinamen "Olympia-Luis" ein. Kritik gab es wegen Innsbrucks Olympia-Engagement vor allem von der Opposition, weil die damaligen Finanzierungen der Spiele der größten Stadt Tirols auch noch Jahre nach den Events Probleme bereiteten.
Lugger wurde am 11. Juli 1912 in der Südtiroler Bischofsstadt Brixen geboren. Als er vier Jahre alt war, entschloss sich seine Familie, nach Nordtirol "auszuwandern". Nach Volksschule und Realgymnasium in Kufstein und dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Innsbrucker Universität promovierte er 1935 zum Doktor der Rechte, ein Jahr später zum Doktor der Staatswissenschaften.
Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er als Verwaltungsbeamter in den Dienst der Stadt Innsbruck ein. In seiner politischen Laufbahn bekleidete er zwei Mal die Funktion eines Landesrates. 1949 wurde er Landtagsabgeordneter, 1965 Landtagspräsident. 1953 wurde Lugger schließlich zum Gemeinderat gewählt, drei später zum Stadtoberhaupt. Bei der Bundespräsidentenwahl 1974 trat Lugger gegen das spätere Staatsoberhaupt Rudolf Kirchschläger als Kandidat der ÖVP an. (apa)
