Mittwoch, 10. August 2005

Weniger Straftaten in Österreich: Die Kriminalitätsquote ist um 5,1% gesunken!

  • Zunahmen gibt es in Kärnten und dem Burgenland
  • LH Hans Niessl sieht "dringenden Handlungsbedarf"

Die Kriminalität in Österreich geht zurück. Bis Ende Juli wurden knapp 352.000 Delikte angezeigt, was einem Rückgang um 5,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr entspricht. Verbessert hat sich gemäß der Kriminalitätsstatistik des Innenministeriums die Aufklärungsquote - nämlich um 2,1 Prozentpunkte auf 39,6 Prozent. Ressortchefin Prokop wertete das unter anderem als Erfolg der Exekutivreform.

Den stärksten Rückgang der Kriminalität verzeichnet Wien mit einem Minus von 8,2 Prozentpunkten. Auch die Steiermark mit minus 6,6 Prozentpunkten und Ober- und Niederösterreich (-4,6 bzw. -4,2) verzeichnen ein signifikantes Sinken der Delikte. Zunahmen gibt es von Jänner bis Juli einzig in Kärnten (5,5 Prozentpunkte) und im Burgenland mit 15,7 Prozentpunkten, was das Innenministerium mit der Klärung eines sich über mehrere Jahre hinziehenden Großbetrugs begründet.

Dafür kann sich das Burgenland auch über die höchste Aufklärungsquote freuen. 55,4 Prozent der Delikte konnten geklärt werden, was einem Plus von 7,2 Prozentpunkten entspricht. In absoluten Zahlen Zweiter trotz eines leichten Rückgangs (0,8 Prozentpunkte) ist Vorarlberger mit einer Quote von 52,3 Prozent. Den zweitstärksten Anstieg bei den Aufklärungen weist Niederösterreich auf: 46,5 beträgt die Aufklärungsquote, was einem Plus von 4,7 Prozentpunkten entspricht.

Prokop zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden, will aber weitere Verbesserungen: "Es genügt nicht die Kriminalstatistik zu verbessern, die Menschen müssen sich in unserem Land sicher fühlen." Die Steigerungsquote würde aber jedenfalls zeigen, dass sich die neuen Strukturen in der Exekutive bewährt hätten und die Praktiker der Polizei jetzt ihre volle Kraft entfalten könnten.

Handlungsbedarf im Burgenland
Angesichts der steigenden Kriminalität im Burgenland sieht Landeshauptmann Hans Niessl (S) einen "dringenden sicherheitspolitischen Handlungsbedarf". Die Bundesregierung tue "zu wenig für die Sicherheit des Burgenlandes", hieß es in einer Aussendung. Lob fand er hingegen für den Einsatz der Exekutivbediensteten: "Der Spitzenwert bei der Aufklärungsquote zeigt, dass es ein außerordentlich großes Engagement bei den Bediensteten gibt", so Niessl.

Obwohl es schon im Jahr 2004 mit einem Plus von 8,7 Prozent den stärksten Anstieg der Kriminalität im Burgenland gegeben habe, sei das Innenministerium "in einer verantwortungslosen Art und Weise untätig geblieben". Er bekräftigte seine Forderung nach 100 zusätzlichen Exekutivbediensteten für das Burgenland und verstärkte Investitionen in eine moderne technische Ausstattung. (apa/red)

10.8.2005 07:31