Schädelbruch auf einer Baustelle: Rumäne wurde bei der Schwarzarbeit schwer verletzt
- Ermittlungen gegen den Auftraggeber eingeleitet
- Hilfeleistung unterlassen: Wollte er Unfall vertuschen?

Durch ein umstürzendes Baugerüst wurde ein rumänischer Arbeiter in der Oststeiermark schwer verletzt. Auch sein unmittelbarer Auftraggeber erlitt leichte Verletzungen. Nach dem Vorfall wurde der Rumäne mit einem Schädelbruch vor seiner Wohnung in Graz abgesetzt. Er befindet sich mittlerweile auf der Intensivstation. Gegen den Bauunternehmer ermittelt nun die Polizei - wegen unterlassener Hilfeleistung und Schwarzarbeit. Man hat offenbar versucht, den Unfall zu vertuschen.
Der Unfall wurde erst bekannt, nachdem der Sohn des 45-jährigen die Rettung gerufen hatte. Wie sich herausstellte, hatte der Arbeiter einen Schädelbruch erlitten. Die Bauarbeiten wurden an einem Einfamilienhaus bei Gleisdorf durchgeführt. Dort dürfte nach ersten Ermittlungen das Gerüst umgestürzt sein. Während es den Rumänen voll erwischt hatte, konnte der Partieführer noch abspringen. Er kam mit leichten Verletzungen davon. Die Polizei überprüft derzeit den Mann, der eine Firma angemeldet hat und den Rumänen vermittelt oder beschäftigt haben dürfte. Er muss mit einer Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung sowie einem Verfahren wegen Schwarzarbeit rechnen.
Auch das Arbeitsinspektorat wird nach Information durch die Polizei tätig. Der Fall wird dann an die zuständigen Stellen - Finanzbehörde, Krankenkasse und Zoll - weitergeleitet. Was die Behandlungskosten betrifft, sorgt eine nicht unproblematische Regelung dafür, dass der Arbeitgeber glimpflich davonkommt: Mit einer nachträglich möglichen Anmeldung für einen Tag werden die gesamten Behandlungskosten der Krankenkasse übertragen. "Es gibt nach wie vor keine Möglichkeit für die Versicherung, sich das Geld vom Arbeitgeber wieder zu holen", heißt es seitens des Arbeitsinspektorats. (apa/red)
