Montag, 8. August 2005

Keilerin in großer Geldnot: 18-Jährige soll
"Spenden" auf ihr Konto überwiesen haben

  • Hat die Kontodaten vermutlich aus Mistkübeln gefischt
  • Die junge Frau ist bereits einschlägig vorbestraft

Eine Angestellte einer Spendensammlerfirma wird verdächtigt, in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Die 18-Jährige soll sich zwischen April und Anfang Juli in Wien Kontodaten beschafft und mindestens 77 Mal fingierte Einzugsaufträge ausgestellt haben. Die einschlägig vorbestrafte Frau dürfte einen Schaden von mehr als 5.400 Euro verursacht haben, so die Polizei in einer Aussendung.

Die mutmaßliche Betrügerin soll sowohl auf ihr eigenes Konto als auch auf jenes der gemeinnützigen Einrichtung, die die Firma zur Spendensammlung beauftragt hatte, mehrere Geldbeträge überwiesen haben. "Sie hat pro Einzugsauftrag eine Provision von 30 Prozent bekommen", sagte eine Ermittlerin gegenüber der APA. Zu den Daten ihrer Opfer war sie gekommen, indem sie aus Mistkübeln in Banken Überweisungen gefischt hatte.

Motiv dürfte Geldnot gewesen sein. Die junge Frau hat keinerlei Berufsausbildung und bezog auch keine Arbeitslosenunterstützung. Sie war von einer anderen Spendensammlerfirma wegen ähnlicher Delikten bereits entlassen worden.

Geld wurde zurücküberwiesen
Obwohl das Unternehmen bereits Ende April Anzeige erstattet hatte, haben viele Geschädigte die Summen weiter überwiesen. "Sie haben es gar nicht gemerkt", meinte die Ermittlerin. Die betroffene Hilfsorganisation habe jedenfalls alle Transfers unverzüglich zurücküberwiesen.

Neben "Spenden" soll die Frau auch andere kleinere Beträge auf ihr Konto umgeleitet haben. Als Betreff gab sie Handyzahlungen oder andere Gutschriften an, was ebenfalls vielen Geschädigten nicht weiter aufgefallen war. "Viele wurden erst von uns darauf aufmerksam gemacht", sagte die Polizistin. (apa/red)

8.8.2005 11:37