Neues Führerschein-Vormerksystem: Viele Anzeigen durch mangelnde Kindersicherung
- Bisher 359 Wiener "erwischt - nur fünf in Salzburg
- Zweithäufigstes Delikt: Mangelnd gesicherte Ladung
·Verkehr: 132 Fuß- gänger 2004 getötet!
Maßnahmen: VCÖ will Tempo 30 im Ortsgebiet
·Aufrüttel-Aktion für alle Gurtenmuffel!
"Gurte retten Leben"-Spot schockiert: VIDEO!
·STAU-CAMS: Alle Autobahnen live dabei!
Klicken: Gleich schauen, wo es derzeit staut!
Etwas über ein Monat ist das Führerschein-Vormerksystem in Kraft - wie viele Lenker gegen eines der 13 Delikte verstoßen und dabei erwischt wurde, darüber gibt es noch keine österreichweiten Zahlen. Eine Nachfrage bei den zuständigen Polizeistellen der Landeshauptstädte ergab aber bisher ein ziemlich einheitliches Bild: Vor allem die Kindersicherung wir offenbar nicht Ernst genommen. Hier gab es bisher die meisten Anzeigen.
In der Donaumetropole (1,8 Mio. Einwohner) betrafen laut Michael Lepuschitz von der Bundespolizeidirektion Wien 224 der bisher 359 Anzeigen nach dem Vormerksystem Autolenker, die ihre Sprösslinge nicht entsprechend sicher in ihrem Auto untergebracht hatten. Das heißt, die Kids saßen entweder nicht in einem Kindersitz, der Gurt verlief ohne ein entsprechendes Polster über den Hals oder sie waren überhaupt nicht angeschnallt.
"Wir hoffen, dass es nun besser wird und die Autofahrer aufmerksamer werden", betonte Lepuschitz gegenüber der APA. Bisher haben er und seine Kollegen oft den Eindruck, die Lenker würden einfach nicht an die Gesundheit ihrer kleinen Mitfahrer denken.
Mangelnd gesicherte Ladung
Platz zwei der beanstandeten Delikte machen die 46 Anzeigen wegen mangelnd gesicherter Ladung aus: Allzu oft werden schwere Gegenstände einfach auf der Hutablage abgelegt oder in den Kofferraum geworfen. Bei einem Unfall oder einer Notbremsung verwandeln sich diese in gefährliche Geschosse, warnte der Beamte. Die restlichen Anzeigen betrafen 41 Fälle von Alkoholisierung zwischen 0,5 und 0,8 Promille, 30 Mal wurde vor Schutzwegen oder Stopptafeln nicht wie vorgeschrieben angehalten und 13 Kfz-Lenker ließen sich vom Rotlicht einer Ampel nicht beeindrucken, sondern führen einfach weiter.
In der Stadt Eisenstadt mit seinen 11.334 Einwohnern hat es laut Oberst Franz Füzi von der Verkehrsabteilung des Burgenlandes insgesamt 22 Anzeigen wegen im Vormerksystem enthaltener Delikte gegeben. Die meisten, nämlich neun, betrafen die Nicht-Einhaltung der Kindersicherung. Sechs Anzeigen gab es wegen Minder-Alkoholisierung zwischen 0,5 und 0,8 Promille, vier wegen technischer Mängel am Fahrzeug bzw. Nicht-Einhalten der Ladungssicherung, zwei, weil eine Stopptafel überfahren und andere dadurch gefährdet wurden und eine Anzeige, weil sich ein Fußgänger auf einem Schutzweg gefährdet fühlte. Im gesamten Burgenland hat es seit 1. Juli 119 Anzeigen wegen Vergehen gegen die 13 Delikte im Vormerksystem gegeben.
Nur fünf Anzeigen in Salzburg
Auch für die knapp 150.000 Mozartstädter liegt eine erste Bilanz vor. Nach vier Wochen wurden von der Bundespolizeidirektion Salzburg lediglich fünf Anzeigen verzeichnet, je zwei wegen Gefährdung von Fußgängern am Schutzweg bzw. mangelhafte Kindersicherung, eine wegen geringer Alkoholisierung.
Das Vormerksystem, im Volksmund auch als "Punkteführerschein" bekannt, umfasst 13 Delikte. Wer dagegen verstößt, bekommt sofort eine Eintragung in das örtliche Führerscheinregister. Beim dritten Vergehen innerhalb von 24 Monaten ist der "'Schein" weg, davor gibt es nach einem zweiten Vergehen eine Nachschulung, eine Perfektionsfahrt oder einen Erste-Hilfe-Kurs. (apa/red)
Amphibienfahrzeug Sea Lion08:07
Zu Wasser und zu LandKonstrukteur Mark Witt baut sich das schnellste Amphibienfahrzeug der Welt
