Kurze tele.ring-Chronologie: Vom ÖBB/ Verbund-Ableger zum begehrten Speckjäger
- tele.ring Chef Krammer war zuvor T-Mobile-Manager
- 2001 von Vodafone an Western Wireless verkauft
Als Tochter von ÖBB und Verbund-Konzern gegründet schaffte es tele.ring - nach kleineren Startschwierigkeiten - mit einem "1-Cent-Tarif" und dem Werbeslogan "Weg mit dem Speck" die etablierte Konkurrenz vor sich herzutreiben. Lesen Sie hier einen kurzen Überblick über die Geschichte des Mobilfunkbetreibers:
November 1996 - Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Energiekonzern Verbund einigen sich, ein Telekomunternehmen namens tele.ring zu gründen. Es soll Mietleitungen und Datendienste anbieten und die Leitungsinfrastruktur der beiden Unternehmen nutzen.
November 1997 - ÖBB und Verbundkonzern beginnen mit der Suche nach einem internationalen Partner.
Mai 1998 - Der deutsche Traditionskonzern Mannesmann steigt bei tele.ring ein und erwirbt 74,8 Prozent.
Dezember 1998 - tele.ring startet unter der Bezeichnung "1012 Privat" mit seinem Festnetzangebot.
Jänner 1999 - tele.ring und Citykom Austria (ein Zusammenschluss diverser Stadtwerke) fusionieren.
Mai 1999 - tele.ring kauft die vierte GSM-Mobilfunkfrequenz zum Preis von 1,35 Mrd. Schilling (98,1 Mio. Euro). Zuvor hatte der Mitbewerber UTA überraschend sein Angebot zurückgezogen. Den Auftrag für den Netzausbau erhält der französische Ausrüster Alcatel.
Mai 2000 - Das Mobilfunkangebot von tele.ring geht "on air".
November 2000 - Die UMTS-Lizenzen werden versteigert. Wie die anderen drei Mitbewerber auch erhält tele.ring Frequenzpakete für die dritte Mobilfunkgeneration.
Dezember 2000 - ÖBB und Verbund verkaufen ihren 25,2-Prozent-Anteil. Die Anteile werden vom Mehrheitseigentümer Mannesmann/Vodafone übernommen, der kurz darauf auch die Citykom-Anteile erwirbt und somit tele.ring zu 100 Prozent den Deutschen gehört. Der britische Telekomkonzern Vodafone hatte zuvor Mannesmann erworben. tele.ring gibt bekannt, das Ziel von 100.000 Kunden erreicht zu haben.
Mai 2001 - Vodafone verkauft tele.ring zu 100 Prozent an den US-Konzern Western Wireless International.
August 2001 - tele.ring baut fast 100 Mitarbeiter ab - jeder siebente Beschäftigte verliert den Job.
Juli 2002 - T-Mobile Autria-Manager Michael Krammer übernimmt die Marketing- und Vertriebsleitung bei tele.ring. Das Unternehmen steht kurz vor Erreichen der operativen Gewinnzone.
Oktober 2002 - Der Mobilfunker gibt bekannt, nochmals Mitarbeiter abzubauen. Ein Zehntel der tele.ring-Belegschaft muss gehen. Gleichzeitig wird der 1-Cent-Tarif eingeführt, der sich später als das Schreckgespenst für die Mitbewerber herausstellt und der Grundstein für den Erfolg von tele.ring legt.
Februar 2003 - tele.ring-Chef Hubertus Hofkirchner kündigt an, dass tele.ring künftig als Mobilfunk-Diskonter wachsen will. Er sprach von einem "Hofer des Mobilfunks". Die Kundenzahl stieg 2002 auf 515.000, davon 342.000 im Mobilfunk.
Mai 2003 - Der Mobilfunker erreicht erstmals im Quartal ein positives Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibung (Ebitda).
Jänner 2004 - Hofkirchner geht, Krammer übernimmt die Führung von tele.ring.
Jänner 2005 - Das US-Telekommunikationsunternehmen Alltel übernimmt die tele.ring-Mutter Western Wireless für sechs Mrd. Dollar (rund 5 Mrd. Euro). Alltel will sämtliche Auslandsbeteiligungen von Western, allen voran tele.ring abstoßen.
Februar 2005 - tele.ring meldet Schuldenfreiheit. Knapp zwei Jahre vor Fälligkeit Ende 2006 hat tele.ring 177,3 Mio. Euro an Vodafone überwiesen und damit den bei der Übernahme durch den US-Mobilfunkkonzern Western Wireless International (WWI) gewährten Kredit abgezahlt.
Mai 2005 - tele.ring hat im ersten Quartal 2005 bei Umsatz, Ergebnis und Kunden weiter zugelegt. Für das Gesamtjahr strebt Krammer ein Umsatzplus von mindestens 9 Prozent, eine "deutliche Steigerung" der Marge beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und das Überschreiten der Millionen-Grenze bei der Zahl der Handykunden an. Die ersten Gerüchte über einen bevorstehenden Verkauf der Western Wireless-Tochter werden laut.
Juli 2005 - Die tele.ring-Mitarbeiter kündigen Streiks und Enthüllungen bei einem möglichen Verkauf an T-Mobile an. Im letzten Moment erzielen Betriebsrat und Management eine Einigung, die den Streik abwendet. Die Belegschaft erhält eine beschränkte Jobgarantie und die Zusage, bei einem Verkauf mehrere Monatsgehälter ausbezahlt zu bekommen.
August 2005 - Der 1,3 Mrd. Euro schwere Verkauf von tele.ring an T-Mobile Austria und damit die erste Fusion am österreichischen Handymarkt ist perfekt. Nach Abschluss der Kartellverfahren will T-Mobile tele.ring bis zum Jahresende in den Konzern integrieren. (APA/red)
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