Wiener Ärztekammer warnt jetzt: Handy- telefonieren ist für Kinder sehr gefährlich
- Erhöhtes Krebsrisiko durch Handy-Strahlen möglich
- Mobilfunkbetreiber weisen aber alle Vorwürfe zurück

Die Wiener Ärztekammer warnt ausdrücklich vor übermäßigem Handytelefonieren vor allem bei Kindern. Grundlage dafür ist die kürzlich präsentierte "Reflex-Studie", in der eindeutig ein gentoxischer Effekt von Mobilfunkstrahlen nachgewiesen wurde. Als erste Konsequenz daraus hat nun die Ärztekammer einen Leitlinienkatalog erstellt, der konkrete Verhaltensregeln im Umgang mit Handys festlegt. Die Mobilfunkbetreiber wiesen die Vorwürfe der Ärztekammer aber als Schauermärchen zurück.
Die von der EU mit mehr als zwei Millionen Euro geförderte "Reflex-Studie" wurde an mehreren bedeutenden Forschungszentren in Europa - unter anderem auch am Wiener AKH - durchgeführt. Dabei wurde tatsächlich ein gentoxischer Effekt auf menschliche Zellkulturen von Mobilfunkstrahlen in der Stärke, wie sie von jedem GSM-Handy erzeugt werden, festgestellt.
Leitlinienkatalog der Wiener Ärztekammer
Die Wiener Ärztekammer sieht sich daher veranlasst, die Bevölkerung zu mehr Sorgfalt im Umgang mit Mobilfunkgeräten insbesondere bei Kindern aufzurufen. Denn Kinder seien gegenüber hochfrequenter Strahlung empfindlicher als Erwachsene, da der Schädelknochen dünner sei, so Erik Huber, Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien. Die Ärztekammer hat in der Folge Leitlinien erlassen, die Kindern unter 16 empfiehlt, nur im Notfall mit dem Handy zu telefonieren und vom häufigen Gebrauch von Mobiltelefonen abrät.
Österreichische Mobilfunkbetreiber weisen Warnung zurück
Die österreichischen Mobilfunkbetreiber wiesen die Warnung der Wiener Ärtztekammer zurück. "Dies sind Schauermärchen", meinte am Freitag der Geschäftsführer des Forums Mobilkommunikation (FMK) Thomas Barmüller. Die wissenschaftliche Faktenlage werde entstellt oder gänzlich ignoriert.
Aussage der Ärztekammer widerspricht WHO-Konsens
Mit ihren Aussagen stelle sich die Wiener Ärtzekammer gegen den erzielten Konsens, nach dem es "nach derzeitigem Stand der Wissenschaft keinen Nachweis für eine Gefährdung der Gesundheit durch elektromagnetische Felder des Mobilfunks" gibt, wenn diese unterhalb der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwerte lägen. (APA/red)
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