Mittwoch, 3. August 2005

tele.ring-Verkauf "sehr bedenklich": SPÖ und Grüne erwarten Preiserhöhungen

  • Wettbewerbsbehörde soll strenge Kriterien anwenden
  • Erhalt der Jobs von 640 Mitarbeitern gefordert

Für SPÖ-Wirtschaftssprecher Moser ist der geplante Verkauf des Handynetzbetreibers tele.ring auf Grund der zu erwartenden Preiserhöhungen "sehr bedenklich". Die Grünen sehen in diesem Zusammenhang den Erhalt der Arbeitsplätze von 640 Mitarbeitern "genauso zentral" wie die Wettbewerbsstruktur am österreichischen Telekommunikationsmarkt.

Der tele.ring-Verkauf sei "letztlich ein drohender Diebstahl von Geld aus den Taschen der Kunden", meinte Moser. Die Kunden müssten durch den abnehmenden Wettbewerb künftig mehr für das mobiltelefonieren bezahlen als bisher. Dadurch werde das Wirtschaftswachstum weiter schwach bleiben. Die Bundeswettbewerbsbehörde und das Kartellanwalt seien aufgefordert, den Deal schon im Vorfeld kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Die Wettbewerbsbehörden in Wien und Brüssel müssten strenge Entscheidungskriterien anwenden, meint auch die Telekomsprecherin der Grünen, Moser. Schließlich verliere die Republik Österreich durch den Verkauf von tele.ring auch einen potenten Steuerzahler.

Der Betriebsrat des viertgrößten heimischen Mobilfunkanbieters rief indes im Internet zum Protest gegen den Verkauf an T-Mobile auf. Die Belegschaft befürchtet, dass dadurch ein Großteil der derzeit 640 Jobs verloren gehen würde. Am Vortag hatte Noch-Eigentümer Western Wireless eine mittelfristige Jobgarantie in Aussicht gestellt. Einen angedrohter Streik hat der Betriebsrat daraufhin vorerst abgesagt. Derzeit laufen weitere Verhandlungen mit dem Management. (apa)

3.8.2005 14:39