Montag, 1. August 2005

Poker um tele.ring: T-Mobile derzeit der Bestbieter für Kauf von Handy-Anbieter

  • Kein zusätzliches Risiko durch Handymasten-Steuer
  • Verkauf von tele.ring bringt Kunden Qualitätsvorteile

Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, ist derzeit Bestbieter für den zum Verkauf stehenden viertgrößten österreichischen Handybetreiber tele.ring. Entsprechende Zeitungsberichte wurden der APA am Montag aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen bestätigt. T-Mobile hat demnach dem bisherigen US- Eigentümer Western Wireless rund 1,3 Mrd. Euro für tele.ring geboten. Für Kunden könnte die geplante Übernahme zu einer Qualitätssteigerung führen.

Im Rennen ist laut den Kreisen außer dem deutschen Konzern nur noch die internationale Fondsgesellschaft Permira. Sie hat nach den Informationen zuletzt 1,23 Mrd. Euro geboten, die Höhe ihres Angebots allerdings vom Streit um die geplante Einführung einer Handymastensteuer in Niederösterreich abhängig gemacht, die den Gewinn von tele.ring schmälern würde.

Für T-Mobile dagegen stelle die Handymastensteuer kein Risiko dar, weil sie ja bereits über ein Österreichnetz verfüge und ohnehin eines der beiden Funknetze abdrehen werde, heißt es. Derzeit nicht mehr im Rennen ist laut den Kreisen One mit dem Eigentümer E.ON im Hintergrund. One hatte nur 1,1 Mrd. Euro geboten.

Der mögliche Verkauf des viertgrößten Mobilfunkanbieters tele.ring an einen Konkurrenten könnte den österreichischen Handyusern Qualitätsvorteile bringen. Die zu erwartende Marktkonsolidierung auf drei oder vier Netzbetreiber hätte eine Zusammenlegung von Handynetzen und damit eine qualitativ bessere Versorgung der Mobiltelefonierer zur Folge, meint der Berater Booz Allen Hamilton in einer Marktanalyse.

"Mit weniger Netzen bei einer gleichzeitig höheren Anzahl an Marken können Kunden genauso gut, wenn nicht sogar qualitativ besser versorgt werden", meinte der Telekomexperte bei Booz Allen Hamilton, Christian Fongern, in einer Pressemitteilung. Die Dichte der Sendestationen und Qualität der Telefonie würden steigen, da bestehende und neue Basisstationen auch für zusätzliche und qualitativ hochwertigere Services ausgebaut werden könnten. Bei den bisherigen fünf Mobilfunknetzbetreibern sei die Netzauslastung bis dato "teilweise verbesserungsbedürftig" gewesen.

T-Mobile hat derzeit in Österreich rund 2,056 Millionen Kunden, bei tele.ring waren es zuletzt (Ende Juni) 1,079 Millionen Kunden. Durch die Fusion würde T-Mobile Austria somit beinahe mit dem Marktführer Mobilkom Austria und seinen aktuell nach eigenen Angaben 3,3 Millionen Kunden gleichziehen.

Keine gute Nachricht wäre eine Fusion von T-Mobile Austria und tele.ring wohl für die tele.ring-Mitarbeiter. Die derzeit 640 Mitarbeiter fürchten, dass ein Großteil ihrer Jobs bei einer Fusion verloren gehen könnte. (apa/red)

1.8.2005 12:28