Montag, 1. August 2005

"Entdecker-Preise": CDs von wenig bekannten Interpreten werden günstiger

  • Universal will damit den Tonträgermarkt beleben
  • Mit zunehmenden Erfolg werden die Preise angehoben

Die Musiktochter Universal Music des französischen Medienkonzerns Vivendi startet am Montag in Deutschland mit so genannten "Entdecker-Preisen" für CDs. Deutschland-Chef Frank Briegmann sagte der "Financial Times Deutschland" (Montag-Ausgabe), mit dem Preissystem solle den Kunden mehr Kaufanreiz gegeben und der Tonträgermarkt belebt werden.

Das Modell sieht vor, CDs von wenig bekannten Interpreten anfangs zum "Entdecker-Preis" von rund 13 Euro pro Stück zu verkaufen, berichtet die Zeitung. Mit zunehmendem Erfolg solle der Preis steigen.

Preisanhebung bei zunehmender Bekanntheit
Nach einer gewissen Zeitspanne soll für rund zehn Euro ein anderes Format mit einer relativ einfachen Verpackung folgen - ähnlich der Taschenbuchversion im Buchhandel. Bei etablierten Künstlern wie Opernstar Anna Netrebko gebe es für anspruchsvolle Kunden künftig so genannte Deluxe-Version mit zusätzlichem Inhalt. Der Preis soll etwa ein Viertel über dem herkömmlicher Neuerscheinungen liegen.

Versuch in Deutschland gestartet
Deutschland sei das erste Land, in dem der Konzern sein Preismodell testet. Es gelte für alle Musikgenres und sowohl für nationale als auch internationale Künstler. Die Einsteigerofferte von Universal Music liege mit rund 13 Euro etwa 2 Euro unter dem durchschnittlichen CD-Preis von Neuerscheinungen.

Markt soll belebt werden
Ziel sei es auch, den flauen CD-Absatz zu beleben. Da Musik zunehmend legal oder illegal aus dem Internet heruntergeladen wird, habe die Branche 2004 nur noch 133 Millionen Tonträger verkauft; 5 Jahre zuvor seien es noch 198 Millionen gewesen. Marktführer Sony BMG sei im August 2004 mit einem neuen dreistufigen Preismodell vorgeprescht, bei dem es CDs mit unterschiedlicher Ausstattung für 10, 13 und 17 Euro gibt. (apa/red)

1.8.2005 17:21