Mittwoch, 3. August 2005

Jobmisere trifft ältere Frauen sehr hart: Arbeitslosenquote noch einmal gestiegen

  • Kaum Schulungsmaßnahmen für 55- bis 59-Jährige
  • PLUS: Haubner für Debatte für Kombi-Lohnmodell

Die Arbeitslosenquote der 55- bis 59-jährigen Frauen war 2004 unter den weiblichen Arbeitslosen am höchsten: Mit 10,5 Prozent lag die Quote über der allgemeinen Frauen-Quote von 6,6 Prozent, berichtet die Arbeiterkammer. Diese Altersgruppe sei auch seltener in Schulungsmaßnahmen des AMS zu finden: Nur fünf Prozent der Teilnehmerinnen sind zwischen 55 und 59 Jahre alt.

Von 2000 bis 2004 ist die Frauenarbeitslosenquote in dieser Altersgruppe um einen Prozentpunkt gestiegen, nämlich von 9,5 auf 10,5 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das einen Anstieg von 3.900 arbeitslosen Frauen im Jahr 2000 auf 6.800 Frauen im Vorjahr. Der Anteil von fünf Prozent der 55- bis 59-jährigen arbeitslosen Frauen in den AMS-Schulungen liegt deutlich unter dem Durchschnitt von 17 Prozent Schulungsanteil aller arbeitslosen Frauen.

Versteckte Arbeitslosigkeit
Die Arbeiterkammer macht auch auf die versteckte Arbeitslosigkeit von älteren Frauen aufmerksam: Neben den Schulungsteilnehmerinnen fallen die Bezieherinnen von Pensionsvorschüssen aus der offiziellen Statistik, obwohl sie ohne Arbeit sind und auf den Pensionsbescheid warten. Laut AK werden zwei Drittel der Anträge abgelehnt. Die Anzahl der 55- bis 59-jährigen Frauen, die Pensionsvorschuss beziehen, ist von 2000 auf 2004 um das Fünffache gestiegen.

Ältere Frauen besonders betroffen
Bezieht man nun die Schulungsteilnehmerinnen und die Bezieherinnen von Pensionsvorschuss ein, dann hat sich die Zahl der beschäftigungslosen 55- bis 59-jährigen Frauen von 2000 auf 2004 von 4.323 auf 8.878 erhöht, also mehr als verdoppelt. Die bereinigte Arbeitslosenquote dieser Altersgruppe betrug dann 13,3 Prozent im Vorjahr. (2000: 10,4 Prozent). (apa)

3.8.2005 10:56