Beach-Volleyball in Klagenfurt: Sensation
und rot-weiß-rote Pleiten gleich zum Auftakt
- Quali: ÖVV-Paare & zwei brasilianische Top-Duos out
- Über 100.000 Fans und Fürst Albert werden erwartet
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Saison der ÖVV-Duos und Klagenfurt-Programm
Den in der Qualifikation für den Klagenfurt-Grand-Slam der Beach-Volleyballer engagierten österreichischen Paaren sind am Mittwoch wie befürchtet schon ihre jeweils ersten Hürden zum Stolperstein geworden. Alle Herren- und Damen-Duos verloren ihre Partien. Das Turnier hat aber schon davor mit einem Paukenschlag begonnen. Mit Ramos Tande/Fanco Neto sind die Vorjahres-Finalisten ebenso bereits in der internen Qualifikation der Brasilianer gescheitert wie Beach-Legende Sandra Pires.
Dabei müssen zwei prominente Paare nur zusehen. Tande/Neto verloren in der so genannten "Country Quota" gegen Para/Jan ebenso mit 1:2 wie Pires/Bedarczuk gegen Salgado Rufino/Solberg Salgado.
Ähnlich wie im Skifahren gibt es im Beach-Volleyball die Regel, dass nicht mehr als vier Teams einer Nation im 32er-Hauptfeld sein dürfen. Wenn sich zu viele Teams aus einem Land bewerben, gibt es eine Art nationeninterne Vorausscheidung.
Kein einziger Satzgewinn
Österreichs vier Herren- und Damen-Duos verloren ihre Quali-Partien jeweils 0:2, womit die Gesamtbilanz mit 0:16 Sätze ernüchternder hätte nicht ausfallen können. Freilich ging es durchwegs gegen die in der Quali topgesetzten Paare.
Den jüngeren ÖVV-Duos fehlte da noch etwas die Routine. Lediglich Tom und Paul Schroffenegger haben da kein Manko, sie unterlagen aber den Kanadiern Mark Heese/Ahren Cadieux (3) dennoch glatt 0:2 (-14,-15). "Sie haben uns von Anfang an unter Druck gesetzt, uns keine Chance gelassen", analysierte Paul Schroffenegger. Damit blieb den Brüdern der Trost, ihren Weltrekord an gemeinsam gespielten Turnieren gefestigt zu haben.
"Das war unser 224. Turnier, mehr hat weltweit sonst niemand gemeinsam gespielt", erklärte Paul als der Ältere der "Schroffis" nicht ohne Stolz. Ein Ende der brüderlichen Baggerei ist vorerst noch nicht in Sicht. "Nächstes Jahr spielen wir auf jeden Fall noch weiter, dann müssen wir weiter sehen." Eine Wiederholung ihres Karriere-Höhepunkts, als die Schroffeneggers vor zwei Jahren in Klagenfurt Neunte wurden, scheint jedoch unwahrscheinlich.
Wieder Zuschauermassen in Klagenfurt
Doch auch so sprengt Klagenfurt wieder einmal alle Grenzen. Beim mit 560.000 Euro dotierten Turnier zeichnet sich ab heute bis Sonntag eine Veranstaltung der Superlative ab. Über 100.000 Zuschauer werden erwartet. Österreichs Duos, allen voran Nik Berger/Clemens Doppler, wollen mit dem erstmaligen Einzug ins Halbfinale ebenfalls neue Sphären erreichen. Einzige Sorge ist das Schlechtwetter.
Was an sich untypisch ist für Klagenfurt, wo bisher fast stets Prachtwetter geherrscht hat, und die Party der Beach-Fans im 10.000 Zuschauer fassenden Mega-Stadion im Strandbad immer zu einem Riesenfest gemacht hat. "Als ich die Wetternachrichten gehört habe, dachte ich, ich müsste mit Ski und Moonboots anrücken", scherzte der unermüdliche Veranstalter Hannes Jagerhofer am Dienstag. Am Starttag soll es in Strömen regnen, danach aber wieder sonnig werden. "Der Wetterbericht ändert sich alle paar Stunden, diesen würde ich aber am liebsten einfrieren", so Jagerhofer.
Das Halbfinale ist das Ziel der Österreicher
Ob Regen oder nicht, Österreichs Beach-Duos haben ein großes Ziel: Erstmals in Klagenfurt das Halbfinale zu erreichen und damit am finalen Sonntag auch noch am Centercourt aktiv zu sein. Allerdings ist das Feld durch die vielen Wechsel in den Besetzungen so ausgeglichen wie noch nie zuvor, zu den dominierenden Brasilianer haben deutsche und schweizerische Paarungen aufgeschlossen. "Jeder kann jeden ärgern", weiß auch Nik Berger. Wir werden jedenfalls alles tun, um auch am Sonntag noch im Geschäft zu sein. Wir hatten bisher hier immer enge Partien, vielleicht geht es ja diesmal zu unseren Gunsten aus."
Doppler hat etwas gut zu machen
Berger/Doppler hatten und haben immer noch mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, deshalb stehen heuer auf der FIVB-World Tour auch nur drei Top-Ten-Ergebnisse zu Buche. Doppler musste im Vorjahr in Klagenfurt und danach bei Olympia wegen seiner Knieverletzung überhaupt passen. "Ich habe bei den Fans etwas gut zu machen und will besonders gut spielen", so Doppler. Berger hat seine Bandscheibenprobleme im Griff, muss wegen seiner Knie aber immer wieder Schmerzmittel nehmen.
Auch Robert Nowotny/Peter Gartmayr sind heuer noch nicht so richtig in Schwung gekommen, "Nowo" selbst bezeichnet sich aber als derzeit fittesten der vier Top-Österreicher. "Nur mit der Form hat es bisher nicht ganz gestimmt, vielleicht kommen wir ja beim Heimturnier aus dem Tief." Sara Montagnolli/Sabine Swoboda tragen die Hoffnungen von Österreichs Damen. "Es lief bisher ganz gut, hoffentlich geht der Trend weiter", so Montagnolli.
"Nur Olympia geht noch über Klagenfurt"
Klagenfurt steht nicht nur für Spitzen-Beach-Volleyball, sondern mehr noch als bisher für eine Spitzen-Veranstaltung. "Der beste Event des Jahres", so US-Star und Olympiasiegerin Misty May, deren Partnerin Kerri Walsh ergänzte: "Nur Olympia geht noch über Klagenfurt."
Veranstalter Jagerhofer konnte dem nur zustimmen. "Noch nie war der Andrang so groß wie heuer." Auch das Umfeld mit der riesigen Zeltstadt, den Sponsor-Boxen und der VIP-Terrasse (Jagerhofer: "Wie ein Designer-Restaurant") hat neue Dimensionen erreicht. Und im Lager der VIP's zeichnet sich tatsächlich höchster Besuch ab. Fürst Albert von Monaco, der FIVB-Ehrenpräsident ist, soll am Wochenende im Schlepptau von Gerhard Berger nach Klagenfurt kommen.
Terminplan:
Mittwoch: Qualifikation Damen und Herren
Donnerstag, Freitag: Hauptbewerb Damen und Herren
Samstag: Damen Semifinale und Finale, Herren Hauptbewerb
Sonntag: Herren Semifinale und Finale
(apa/red)










