Schnellster Mann der Welt: Olympiasieger Gatlin nun auch 100-m-Weltmeister!
- Schwedin Klüft holte Siebenkampf-Gold vor Barber
- 20 km Gehen: Russin sorgt für den 1. Weltrekord
·Finnische Präsidentin
eröffnete Wettkämpfe
BILDER: Schwarzl trug die Fahne für Österreich
·3.000m Hindernis: Weidlinger nur 12.
Sieg geht in 8:13,31 Min. an Saif Saaeed Shaheen
·Die ÖLV-Starter bei der WM in Helsinki
Von Karin Mayr-Krifka bis zu Roland Schwarzl

Angekündigte Erfolge stellen sich meistens nicht ein. Der US-Amerikaner Justin Gatlin allerdings hat am Sonntagabend bei den X. Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Helsinki vor 32.000 Zuschauern in persönlicher Saisonbestleistung von 9,88 Sekunden souverän die Goldmedaille über 100 m geholt. Silber ging in 10,05 an den Jamaikaner Michael Frater, Bronze sicherte sich der zeitgleiche Titelverteidiger Kim Collins (SKN).
Olympiasieger Gatlin, der den Weltrekord von 9,77 klar verfehlte, war nach dem Titelgewinn aber hoch zufrieden. "Ich hätte noch schneller laufen können, aber es hat auch so gereicht." Aber genug hat er bei diesen Freilufttitelkämpfen noch lange nicht: "Ich will mit drei Goldmedaillen heim, ich will auch noch die 200 m gewinnen und mit der Staffel Erster werden."
Siebenkampf an Klüft
Eine Glanzleistung vollbrachte auch Carolina Klüft. Die Olympiasiegerin von Athen verteidigte mit 6.887 Punkten ihren Siebenkampf-Titel, das Showgirl aus Schweden wurde im entscheidenden abschließenden 800-m-Lauf Zweite hinter der Britin Kelly Sotherton. Für die bitter enttäuschte Französin Eunice Barber war Rang vier zu wenig, sie kam schließlich auf 6.824 Punkte. Bronze ging an Margaret Simpson (GHA) mit 6.375.
Das IAAF-Protestkomitee hatte am Nachmittag einen Einspruch des französischen Teams abgewendet, man wollte einen unkorrekten Absprung von Klüft im Weitsprung bemerkt haben. Klüft gab mit diesem Triumph Barber wie schon 2003 in St. Denis bei den Welt-Titelkämpfen das Nachsehen. Die letzte Disziplin entwickelte sich dramatisch, Klüft hatte erst rund 200 m vor dem Ziel den Spurt eröffnet und ein mitreißendes Finish hingelegt.
Diskuswerfen der Männer
Der Titel im Diskuswerfen der Männer ging in Virgilijus Alekna ebenfalls an den aktuellen Olympiasieger, der Litauer gewann mit dem WM-Rekord von 70,17 Metern vor dem Esten Gerd Kanter (68,57) und dem Deutschen Michael Möllenbeck (65,95).
Dreisprung der Frauen
Im Dreisprung der Frauen war die russische Titelverteidigerin Tatjana Lebedewa nicht angetreten, sie hatte sich schon in der Qualifikation mit einer Fußverletzung geplagt. In ihrer Abwesenheit setzte sich die Jamaikanerin Trecia Smith durch, sie stellte Lebedewas Jahresweltbestleistung von 15,11 m ein. Auf den weiteren Medaillenrängen landeten Yargelis Savigne aus Kuba (14,82) und Anna Piatich aus Russland (14,78).
Weltrekord im 20 km Gehen
Die Russin Olimpiada Iwanowa sorgte über 20 km Gehen für den ersten Weltrekord dieser Titelkämpfe, in 1:25:41 Stunden verbesserte die Olympia-Zweite die Bestmarke von 1:26:22 Stunden, die von der Chinesin Yan Wang (2001) und der Russin Jelena Nikolajewa (2003) gehalten wurde. Iwanowa kassierte dafür 100.000 Dollar Extraprämie, Gold ist 60.000 Dollar wert.
"Dieser Sieg hat mich zur glücklichsten Frau hier gemacht, ich kann es noch nicht glauben. Am Morgen vor dem Rennen bete ich immer um Erfolg", so die 34-Jährige, die 1997 für zwei Jahre wegen Dopings gesperrt worden war. Silber ging an die Weißrussin Ryta Turawa (1:27:05), Bronze holte sich die Portugiesin Susanna Feitor (1:28:44). (apa/red)
